Berlin - „Das Vorgehen des Bezirkes ist keine Unterstützung für die jetzigen Nutzer des Hauses“, sagt die Berliner Landesvorsitzende, Heidi Knake-Werner, der Berliner Zeitung. „Man wird den Verdacht nicht los, dass der Bezirk das Gebäude eigentlich verkaufen will.“

Vergangene Woche haben die Bezirksverordneten im Finanzausschuss beschlossen, eine Interessenabfrage für den Seniorentreff zu starten, um sein Bestehen zu sichern. Ende Juni hat der Bezirk die Einrichtung aus Kostengründen geschlossen, seitdem halten ihn die Senioren Tag und Nacht besetzt.

Die Volkssolidarität gilt als möglicher Interessent für die lukrative Pankower Villa. Doch Knake-Werner, frühere Sozialsenatorin, ist skeptisch. Die Bewerbungszeit sei viel zu kurz, sagt sie. Schon am 20. September wollen die Verordneten die Namen möglicher Interessenten wissen. Diese hätten aber gar keine Chance, sich zu informieren, sagt Knake-Werner. Der Bezirk habe den Seniorentreff abgemeldet, ein neuer Nutzer müsse ihn neu anmelden, mit neuen Zulassungen und Kontrollen. Das schrecke Interessenten ab. „Was trägt der Bezirk eigentlich dazu bei, dass diese Einrichtung erhalten bleiben soll?“, sagt Knake-Werner. Am Mittwoch befasst sich der Vorstand der Volkssolidarität mit dem Thema Stille Straße 10.