BerlinDer erste Container mit vier Impfkabinen steht schon. Etwa 100 Meter hinter dem Eingang der 30.000 Quadratmeter großen Halle Arena Berlin, wo vor der Covid-19-Pandemie Partys gefeiert wurden, Konzerte, Messen und Konferenzen stattfanden. Nun wird der Veranstaltungsort am Treptower Spreeufer zu einem der sechs Corona-Impfzentren Berlins. Wie dieses aussehen wird, zeigte Projektleiter Albrecht Broemme am Donnerstag, als sich Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) vor Ort über den Umbau informierte. „Die Arbeiten laufen zügig. Wie geplant werden wir Mitte Dezember mit allen Zentren fertig sein. Wir bauen ja keinen Flughafen“, sagte der 67-Jährige, der einst Berlins Feuerwehrchef war.

In der Arena-Halle liegen schon diverse Bauteile bereit. Wie die Metallträger, die man eher von Rockkonzertbühnen kennt. Sie werden an der Hallendecke montiert. Über die Träger verlaufen später Strom- und EDV-Leitungen zu den einzelnen Stationen des Impfzentrums. Im nächsten Schritt wird ein neuer Fußboden verlegt. „Er ist in zwei unterschiedlichen Farben gehalten, ähnlich wie in Kliniken“, erklärt Broemme. „Die grauen Flächen sind die Wege für die Impflinge, die grünen für das medizinische Personal. In drei Tagen ist der Fußboden fertig.“

Erst dann erfolgt der Aufbau der Stationen. Direkt hinter dem Arena-Eingang werden 30 Warteplätze für die Berliner eingerichtet, die zum Impfen kommen. Einige Meter weiter folgt der Bereich, in dem Helfer an 81 Plätzen die Daten der Impflinge aufnehmen, bevor sie in eine von 80 Impfkabinen gehen. An den Eingängen hängen weiße Plastikvorhänge, die abends täglich gereinigt werden. Zwischen den Kabinen befindet sich ein Gang mit medizinischen Geräten, in dem der Impfstoff von Ärzten zum Spritzen vorbereitet wird.

Für das Impfen sind zwei Minuten geplant

Den Aufenthalt in den Kabinen hat Broemme genau getaktet. „Bis zu vier Minuten haben die Impflinge Zeit, sich die Jacke auszuziehen und einen Ärmel hochzukrempeln. Dann kommt das medizinische Personal, verabreicht die Spritze. Das Ganze wird zwei Minuten dauern“, sagt Broemme. Am Ende hat jeder Impfling noch vier Minuten, um die Kabine in Richtung des zweiten Wartebereichs zu verlassen. Etwa 30 Minuten müssen sie dort zur Nachbeobachtung bleiben, damit eventuell auftretende Probleme durch Ärzte geklärt werden können. „Insgesamt werden die Berliner, die sich freiwillig impfen lassen wollen, etwa eine Stunde und 15 Minuten im Impfzentrum sein – vom Zeitpunkt des Betreten und des Verlassens gerechnet“, sagt Broemme.

Dieser Zeitplan gilt nicht nur für die Arena, sondern für alle Zentren, zu denen auch Hallen der Messe Berlin, der einstigen Flughäfen Tempelhof und Tegel sowie das Velodrom und das Erika-Heß-Eisstadion gehören. Insgesamt sollen täglich 20.000 Berliner geimpft werden.

Senatorin Kalayci geht davon aus, dass Berlin etwa 900.000 Dosen des Biontech-Pfizer-Impfstoffes bekommt. Ist das Serum genehmigt und wird geliefert, könne man mit dem Impfen in Berlin starten, so die Senatorin. Sie rechnet damit, dass dies noch im Dezember der Fall sein wird. „Die dafür notwendigen Einladungsschreiben sind schon fertig, können per Knopfdruck sofort losgeschickt werden“, sagt Kalayci.

In der ersten Phase sollen 450.000 Berliner innerhalb von drei Wochen zwei Mal geimpft werden. Dies sollen vor allem Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen sein. Nach Erhalt der Impfeinladung können sie telefonisch und per Internet einen Termin ordern. Kalayci erklärte, dass die Impfzentren bis etwa April benötigt werden. So lange würde es dauern, um einen großen Teil der Berliner durchgeimpft zu haben. In der dann folgenden zweiten Phase sollen niedergelassene Ärzte die Impfung übernehmen.