BerlinSeit Monaten geistern zwei Personen durch die Berliner Medienlandschaft, die nicht greifbar sind, schweren Vorwürfen ausgesetzt sind, von denen man aber nie eine Erwiderung hörte: der langjährige Leiter der Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik, Ralf Stabel, und der künstlerische Leiter Gregor Seyffert, beide im Rang von Professoren. Als Personen öffentlichen Interesses sehen sie die Medienberichte samt Fotos, ohne dass die Berichte über die Schule belegt sind. 

Der Skandal begann Anfang Januar mit einem anonymen Dossier, das schwere Vorwürfe gegen die Ballettschule und ihre Leitung erhebt. Verfasst von vier der Schule nahestehenden Frauen, ging es an die Bildungsverwaltung, an Medien und Fachpolitiker. Entscheidende Passagen darin sind nachweislich falsch. SPD-Bildungssenatorin Sandra Scheeres und Staatssekretärin Beate Stoffers konfrontierten die Leiter der Schule nicht mit dem Schriftstück, um die Vorwürfe aufzuklären, sondern erteilten nach ersten Presseberichten medienwirksam Hausverbote.

Dann setzten sie eine sogenannte Expertenkommission und eine Clearingstelle ein, den Vorwürfen nachzugehen. Ohne ein Ergebnis abzuwarten, schrieben sie die Stelle des Schulleiters aus. Die Gremien sammelten Beschwerden, ohne sie zu prüfen. Trotzdem berichtete die Clearingstelle der Presse von physischen Misshandlungen und sexuellen Übergriffen. Eingeräumt wurde, dass sich die Klagen auf zwei bis drei Lehrkräfte beschränken. Alle Lehrer, auch die angeblich misshandelnden, unterrichten weiter wie bisher.

Berliner Zeitung: Herr Prof. Dr. Stabel, Herr Prof. Seyffert, an Ihrer Schule soll es physische und sexuelle Gewalt gegeben haben. Die Clearingstelle sagt, bis auf Vergewaltigung seien alle sexuellen Übergriffe vorgekommen. Was sagen Sie dazu?

Dr. Ralf Stabel: Das ist eine Anhäufung schwerster Vorwürfe, die hier öffentlich behauptet wurden. Wie sollen wir die bewerten, wenn bis heute, neun Monate nach dem ersten Auflodern, nicht ein konkreter Fall sexueller Gewalt benannt wird? Keine Schülerin, kein Lehrer, kein Opfer, kein Täter, niemand.

Gregor Seyffert: Schon die Begrifflichkeiten machen uns sprachlos. Sexuelle Übergriffe! Was ist gemeint? Ich habe in 17 Jahren nicht einen Schüler oder Lehrer erlebt, der so etwas behauptet hätte. Wäre uns das bekannt gewesen, hätten wir sofort die Polizei gerufen. Wir brauchen den konkreten Fall: Was ist wem passiert? Aber sämtliche Vorwürfe bleiben anonym, nur zwei Namen sind konkret – unsere. Die Berichte wirken auf mich, als würde nicht unsere Schule, sondern eine Strafanstalt beschrieben. Jeder Fremde, der früher die Schule besuchte, sagte: Was für eine tolle Atmosphäre, welche Begeisterung unter den Schülern! Und jetzt lesen wir: Den Kindern wurde die Fröhlichkeit ausgetrieben.

Stabel: Und physische Misshandlungen! Fiebernde oder verletzte Kinder sollen aus dem Bett auf die Bühne geholt worden sein, das ist grausam, für uns unvorstellbar! Da hätten Eltern protestiert. Unsere Erzieherinnen und Lehrkräfte sind doch keine gewissenlosen Monster. Es gab meines Wissens seit unserem Dienstbeginn 2002 keine einzige Anzeige. Wir mussten drei Fälle schwerer Essstörungen behandeln lassen, in 17 Jahren. Wir sind stets jedem Hinweis nachgegangen – und zwar sofort, bei Schülern wie Mitarbeitern. Wenn es wirklich sexuelle Gewalt gab an unserer Schule, gehört sie im Interesse der Kinder unverzüglich aufgeklärt.

Foto: Sabine Gudath
Zur Person

Ralf Stabel wurde 1965 in Berlin geboren. Hier studierte er Tanz- und Theaterwissenschaften sowie Choreografie in Leipzig und promovierte. Mit 30 wurde er Honorarprofessor an der Ernst-Busch-Hochschule, dann an der Palucca-Hochschule, lehrt seither in Berlin, Leipzig und Dresden. 2003 kam Ralf Stabel an die Staatliche Ballettschule und wurde 2007 ihr Leiter. 

Foto: Sabine Gudath
Zur Person

Gregor Seyffert wurde 1967 in Berlin geboren. Er ist Absolvent der Staatlichen Ballettschule und mit 20 Jahren Solotänzer an der Komischen Oper unter Tom Schilling. Er arbeitete mit dem American Ballet Theatre New York unter Mikhail Baryshnikow, gründete 1996 seine eigene Company. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen wurde er 1997 als weltbester Tänzer mit dem Prix Benois de la Danse geehrt.

Die Kommission zitierte Berichte, wonach Schüler auch beschämt und respektlos behandelt worden seien. Einschränkend hieß es, das gehe vor allem von zwei bis drei Problemlehrern aus. Wussten Sie von denen?

Stabel: Mit Problemlehrern wurden Gespräche geführt, die Senatsverwaltung um Unterstützung gebeten. Zuletzt hat eine Lehrkraft einen Schüler als „Arschloch“ beschimpft und rausgeschmissen, dem gingen wir natürlich sofort nach. Die Lehrkraft wollte sich nicht äußern, es war schulintern nicht zu klären. Die Schule ist eine nachgeordnete Einrichtung, ich darf keine Arbeitsverträge schließen, keine Abmahnung aussprechen, nichts. Mehr Handlungsspielraum habe ich nicht. Ich bin auf die Kooperation mit Schulaufsicht und Bildungsverwaltung angewiesen.

Wie hat die Verwaltung reagiert?

Seyffert: Nach meiner Kenntnis gar nicht. Eine andere Kollegin wollte kurz vor einer Vorstellung in der Deutschen Oper eine Umbesetzung durchsetzen, mein Stellvertreter genehmigte das nicht. Da ging sie verärgert nach Hause, hat die Kinder einfach stehen lassen, ihre Aufsichtspflicht grob verletzt. Ein großer Vorgang. Wie so oft gab es mit dieser Kollegin Gespräche, es wurde der Verwaltung gemeldet, daraus folgte – nichts. Beide Lehrer sind weiter beschäftigt. Und wir haben Hausverbot.

Stabel: Eine Lehrkraft, die im Unterricht stark nach Alkohol roch, mussten wir mehrfach nach Hause schicken. Auch mit ihr gab es zahllose Gespräche und Korrespondenz mit der Verwaltung. Arbeitsrechtliche Konsequenzen sind mir nicht bekannt. Die Kollegin hat freiwillig die Schule verlassen.

Die Beschwerden und Demütigungen, die von Schülern vorgetragen wurden, gehen Ihrer Meinung nach auf die Problemlehrer an der Schule zurück?

Stabel: Zu den Beschwerden wurde uns keine Akteneinsicht gewährt. Die Schule beschäftigt Profis, damit sich Kinder äußern, sich sicher fühlen können, also Schulpsychologen, drei Vertrauenslehrerinnen, eine Beratungslehrerin. Ich kann nur gegen etwas vorgehen, von dem ich weiß. Bei Hospitationen entgleist natürlich niemand. Vielleicht haben mir Schüler auch nicht alles gemeldet, weil es in ihrer Wahrnehmung nichts nutzte: Die Problemlehrer unterrichten ja weiter. Wir kennen aber auch die Statements zahlloser Schüler, gesammelt auf 120 Seiten, in denen sie vor allem große Begeisterung über Schule und Lehrer ausdrücken. Meine Tür stand immer offen. Schülerinnen und Schüler mussten nicht warten. Aber es stimmt, von Herabwürdigungen haben wir erst später erfahren. Das zu lesen, schmerzt.

Immer wieder wird eine „Kultur der Angst“ beschrieben, in der Schüler nicht wagen, Kritik zu äußern, aus Sorge, schlecht benotet zu werden, nicht weiterzukommen. Es gebe keine klaren Kriterien für Noten und für den Fall, dass Schüler die Schule verlassen müssen.

Seyffert: Das ist falsch. Die Kriterien für die Bewertung sind klar und eindeutig. Die Schüler werden von einem Gremium mit fünf bis acht Fachkräften beurteilt, sie beraten gemeinsam. Es gibt acht Bewertungskriterien für eine Note, prozentual gestaffelt, alles ist bis ins Letzte geregelt. Herrscht Uneinigkeit, wird abgestimmt. Auf Zensurenkonferenzen und bei Lernerfolgskontrollen sitzen Lehrer stundenlang zusammen, diskutieren, genehmigen sämtliche Zensuren.

Stabel: Der perfide Begriff „Kultur der Angst“ aus dem Dossier wurde von der Kommission übernommen, aber den gab es bei uns nicht. Er löst Assoziationen aus, die nicht greifbar sind. Er impliziert, die Missstände seien systemisch. Aber dann wären sie nicht unbemerkt geblieben. Kinder, Eltern, Lehrer hätten die Probleme wie auch immer signalisiert. Es müsste Hinweise geben. Jeder Unterricht im Bühnentanz findet mit Korrepetitor statt, also mindestens zwei Erwachsene sind immer zugegen. Ein Bericht behauptet sogar, auch Lehrer und Erzieher seien angstgetrieben. Angst wovor? Die Kollegen sind quasi unkündbar.

Schüler fürchten öfter, die Leistungen nicht zu schaffen. Die Kommission kritisiert, die Schule hätte ihnen keine Alternativen angeboten.

Stabel: Früher war das so. Für die Berliner Eliteschulen des Sports trifft das bis heute zu. Ich habe dafür den Bildungsgang „Tanz-Theater-Theorie“ eingeführt und eine Konzeption für die Spezialisierung Musical/Showtänzer entwickelt. Trotzdem schaffen es nicht alle Schülerinnen und Schüler, das liegt in der Natur der Sache: Die Schule bildet eine Elite aus, die Spitze für den klassischen und modernen Tanz. Klar: Die Ausbildung ist hart, geht für manche an die Grenze. Andere Kinder mussten wir bremsen, abends die Ballettsäle schließen.

Im November 2019 wandten sich unzufriedene Lehrer an die Verwaltung, beklagten eine massive Überforderung der Kinder, Vernachlässigung der Fürsorgepflicht.

Seyffert: Es hatte sich eine Betriebsgruppe gegründet. Die hat sich nicht an uns gewandt. Eine Mehrheit des Unterrichtspersonals hat nach meiner Kenntnis nicht unterschrieben, stattdessen Verwaltungsangestellte. Viele zogen ihre Unterschrift zurück. Für mich kam der Antrag trotzdem wie die Faust aus dem Nichts, ohne Ankündigung.

Stabel: Dennoch sahen wir sofort Handlungsbedarf. Wir schlugen vor, dass professionelle externe Berater die Vorwürfe untersuchen. Im Auftrag der Verwaltung befragte dann im Januar ein Brandenburger Institut das gesamte Kollegium in kleinen Gruppen, systematisch, konstruktiv. Sie zeichneten ein sehr differenziertes Bild von der Schule, notierten unterschiedliches Belastungsempfinden, Kommunikationsprobleme, zu wenig Personal, nicht ausreichend qualifiziert. Lange bekannte Probleme. Diese Untersuchung, die anschließend auch alle Schülerinnen und Schüler sowie Eltern einschließen sollte, brach die Senatsbildungsverwaltung ab. Sie setzte stattdessen Kommissionen ohne jede Tanz-Expertise ein. Anders als die Profis, hatten die weniger Probleme damit, ungeprüfte Behauptungen in der Öffentlichkeit auszubreiten.

Wie können Sie nach so langer Zeit an der Schule das Fehlen qualifizierten Personals beklagen? Welche Fehler haben Sie gemacht? Wie hierarchisch waren die Zustände?

Stabel: Tanz unterrichten bei uns Künstler, überwiegend keine Pädagogen. Seit meinem ersten Tag als Schulleiter habe ich nach verpflichtenden pädagogischen Qualifizierungsmöglichkeiten für sie gesucht. Von Ausnahmen abgesehen, führte da in Berlin kein Weg rein. Ich habe alles versucht, ohne Erfolg. Ende 2019 gab es sehr viele Auftritte mit dem Staatsballett, nachdem dort die Intendanz gescheitert war. Möglicherweise ging das für viele an die Leistungs- und Akzeptanzgrenze, Kinder brauchen abends Begleitung. Die Schule wird keineswegs von einer homogenen Lehrerschaft getragen, Künstler und Pädagogen müssen nicht dieselben Interessen haben, werden unterschiedlich gefordert und bezahlt. Die Amplitude ihres Engagements für die Schüler ist unterschiedlich groß. Unser Auftrag an dieser Schule lautete: Ausbildung von Bühnentänzern und Artisten auf internationalem Niveau. Dafür modernisieren wir seit 13 Jahren die Strukturen: führten den Bachelor ein, das Fachabitur, neue Studiengänge, gründeten das Landesjugendballett, alles, um Absolventen die besten Perspektiven zu ermöglichen. Der Weg zu internationalem Niveau ist für Schüler mit Belastungen verbunden.

Seyffert: In meinem Vertrag steht, dass ich der künstlerische Leiter bin und die Entscheidungen treffe, also für das Repertoire und die Ausrichtung zuständig bin – dazu habe ich mich immer an der internationalen Tanzszene orientiert. Natürlich ist die Schule hierarchisch aufgebaut, was denn sonst? Eine Choreografie entsteht nicht durch Mehrheitsentscheidungen. Unter unserer Leitung gab es eine klare Richtung. Ein künstlerischer Leiter ist ein künstlerischer Leiter, ein Fußballtrainer ein Fußballtrainer, nicht Moderator eines demokratischen Prozesses.

Vor dem Hausverbot hieß es, Sie beide seien Fällen von Mobbing, Bodyshaming und Essstörungen nicht ausreichend nachgegangen. Worum geht es in den Kündigungen?

Stabel: Diese Vorwürfe werden in den Kündigungen nicht erhoben, auch keine Kindeswohlgefährdung, wie gerade wieder in Nachrichten behauptet. Der Vorwurf lautet, ich hätte nicht genügend Stunden unterrichtet, an fünf Tagen zu geringe Ruhezeiten für Schüler geduldet, zwei Zeugnisse falsch unterschrieben. Über 13 Jahre sollen meine Dienstreisen falsch genehmigt worden sein. Alles lässt sich detailliert widerlegen, von der Absurdität der Fristlosigkeit abgesehen. Die erste Kündigung wurde vom Arbeitsgericht abgewiesen.

Herr Seyffert, die Klageschrift für Ihre fristlose Kündigung muss jedem peinlich sein, der sie liest. Die Senatsverwaltung bezieht Chat-Verläufe und Gerüchte ein. Der Richter warnte schon beim Gütetermin vor dem „Waschen schmutziger Wäsche“ und empfahl eine Einigung. Darauf sind Sie nicht eingegangen. Jetzt wird alles in den Medien ausgebreitet.

Seyffert: Einigung? Bislang gab es nicht mal ein Angebot der Gegenseite. Vor Gericht wurde gerade offenbar, dass keine Vorwürfe mit Substanz gegen mich vorliegen, nur Gerüchte und Behauptungen. Auch die Kündigungsklage gegen mich wurde abgewiesen. Die Anwälte der Senatorin aber sind sich nicht zu schade, vor Gericht zu erklären, ich hätte 17-jährigen Schülerinnen nachgestellt – das ist niemals passiert. Wahr ist dagegen, dass ich im Dezember 2012 mit einer 19-jährigen Studentin intensiv geprobt habe. Im Januar hatte sie bereits ein Engagement am Staatsballett, im Frühjahr 2013 wurden wir ein Paar und blieben es über drei Jahre. Was davon gehört in eine Kündigungsklage? Nach Aussage der Anwälte des Senats wurden Kommissionen gebildet, um Kündigungsgründe gegen Ralf Stabel und mich zu finden – alles ohne Erfolg, wie sie einräumen mussten. Und zuletzt kündigten sie offen an, weiter nach Gründen zu suchen, um mich loszuwerden. Dass mein Arbeitgeber, also der Staat, mit Verdächtigungen und anonymen Vorwürfen gegen uns vorgeht, verstört mich zutiefst. Für mich ist das Rufmord.

Ihre Schule war jahrelang der Liebling der Senatorin, ihre Vorzeigeschule, die sich unter Ihrer beider Leitung internationales Renommee erworben hat, aber auch stark gefördert wurde. Was ist vorgefallen?

Seyffert: Alles geht zurück auf eine Intrige, auf dieses anonyme Dossier von vier Frauen über angebliche Missstände. Sie wollten der Ballettschule schaden. Beim ersten Lesen war sogar ich schockiert. Aber es stimmt fast nichts darin. Und es ist belegt, dass Absolventen aufgefordert wurden, Negatives über Ralf Stabel und mich zu berichten, um einen Skandal zu provozieren. Zu den Frauen gehört eine Lehrerin der Schule, eine ehemalige Lehrerin, eine frühere Untermieterin von mir. Gegen Letztere musste ich schon gerichtlich vorgehen. Etliche Vorwürfe tauchen jetzt in der Kündigung auf. Der Plan ging auf.

Die Staatliche Ballettschule

Die Staatliche Ballettschule wurde 1951 in Ost-Berlin gegründet, die Staatliche Schule für Artistik fünf Jahre später. 1991, also nach der Wende, wurden beide Schulen unter dem Namen Staatliche Ballettschule und Schule für Artistik zusammengelegt. Seit 2010, nach Fertigstellung des Anbaus in der Erich-Weinert-Straße, ist die Schule auch räumlich vereint. Die Gründung des Landesjugendballetts 2017 feierte Senatorin Scheeres mit der Schule als großen Erfolg, weil es den Schülern Auftrittsmöglichkeiten und Bühnensicherheit verschafft. Es hatte schon Auftritte in New York, Mexiko, St. Petersburg und Peking. Jetzt ist es faktisch beerdigt.

Wie geht es Ihnen?

Seyffert: Nicht gut. Ich sehne den Tag herbei, an dem endlich alle Vorwürfe und Lügen aufgeklärt werden. Ich kann kaum mehr schlafen. Meine Arbeit als Künstler, Choreograf, Leiter ist völlig diskreditiert.

Stabel: Mein Mobiltelefon wurde gehackt, die Elektronik meines Autos auf bislang irreparable Weise zerstört, die Bremsen meines Fahrrads wurden durchschnitten – das sind alles sehr beängstigende Vorgänge. Große Teile der Presseberichterstattung empfinde ich als einseitig, gegen uns und die Zukunft der Schule gerichtet. Unser Lebenswerk kann man nicht zerstören. Wir haben die Schule aus dem Dornröschenschlaf geholt und zu einer weltweit führenden Ballettschule gemacht. Ich finde es erschreckend, wie massiv die Arbeit dort in kürzester Zeit entwertet wurde. Wir können uns nur noch juristisch wehren, in dem Interview stellen wir für die Öffentlichkeit die Fakten klar. Es geht hier nicht um das Abstellen von Missständen, sondern darum, uns als Leiter zu demontieren und loszuwerden. Sonst schickt eine Verwaltung nicht drei fristlose Kündigungen an einen Schulleiter raus, bevor sie die vierte ankündigt. Was soll das anderes sein als Mobbing und Zermürbung? Wir sollen aufgeben. Werden wir nicht.

Das Gespräch führte Birgit Walter.