Ateş schreibt zurzeit an einem Buch über Prostitution. Dafür hat sie mehrfach in dem Bordell recherchiert und mit Frauen gesprochen.
Foto: imago images / biky

BerlinSeyran Ateş tritt seit Jahren als Kämpferin wider die Prostitution auf. Nun aber kommt heraus: Die Frauenrechtlerin unterhält eine private Geschäftsbeziehung zu einem Bordellbetreiber. Wie zuerst die Süddeutsche Zeitung berichtete, hat Ateş vom Chef des Berliner Clubs Artemis einen Privatkredit erhalten. In einer Pressemitteilung erklärte die 56-Jährige am Freitag, sie habe finanzielle Unterstützung benötigt – diese habe sie von einem Unternehmer erhalten, dessen Wirken „als einer der größten Steuerzahler im Bezirk Berlin-Charlottenburg“ transparent sei. Auch die Kredithöhe von „ungefähr“ 45.000 Euro bestätigte sie.

Die Darlehensvereinbarung sei jedoch angemessen verzinst. Sie nehme „keinerlei wie auch immer gearteten unzulässigen Vorteile in Anspruch“. Die SZ hatte berichtet, die Konditionen des Kredits seien extrem günstig. Wenn sie den Betrag in monatlichen Raten von 5000 Euro pünktlich zurückzahlen könne, würden ihr die Zinsen erlassen.

Seyran Ateş schreibt zurzeit an einem Buch über Prostitution. Dafür hat sie mehrfach in dem Bordell recherchiert und mit Frauen gesprochen. In der Vergangenheit hatte sie sich die vielfach preisgekrönte Frauenrechtlerin überraschend positiv über das Artemis geäußert. „Wenn Frauen sich schon prostituieren, dann unter Bedingungen, wie dieses Haus sie bietet“, sagte sie im vergangenen Jahr der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Das Artemis ist immer wieder im Visier der Ermittler: Zuletzt wurde wegen Menschenhandels und Steuerbetrugs ermittelt. Zu einem Verfahren kam es jedoch bisher nicht.