Berlin - Sein Plakat verhalf Barack Obama zu einer ordentlichen Portion Popstar-Image: Der amerikanische Straßenkünstler Shepard Fairey schuf im US-Präsidentschaftswahlkampf 2008 das berühmte „Hope“-Motiv. Kaum ein Bild blieb so im Gedächtnis haften wie das von Obama, in den Nationalfarben rot, blau und weiß, den Kopf leicht schief gelegt, unten in Blockbuchstaben das Wort Hope, „Hoffnung“. Das schemenhafte Popmotiv hängt mittlerweile in der National Portrait Gallery in Washington.

Es hat Shepard Fairey bekanntgemacht. Inzwischen reißen sich die Galerien um seine Arbeiten, Stars klopfen ihm auf die Schulter. Der ehemalige Skateboard-Gestalter ist zum international renommierten Streetart-Künstler avanciert, durfte im Frühjahr bei den „Simpsons“ einen Gastauftritt absolvieren. Nun kommt auch Berlin in den Genuss seiner Arbeiten.

Der 42-Jährige und sein Studio haben nämlich für eine Brustkrebs-Präventionskampagne Banner entworfen, die ab dem 2. Juli an ausgesuchten Hausfassaden angebracht werden. So zieren die Werke das Bikinihaus am Zoo, das derzeit umgebaut wird, und eine Fassade an der Boxhagener Straße. Zudem werden schon in dieser Woche mehr als 9 000 Poster per Guerilla-Aktion in der ganzen Stadt verteilt.

Die Posteredition besteht aus sechs verschiedenen Motiven. Jedes Plakat zeigt einen Gefahrenbereich, wie beispielsweise den Mund, und die schädlichen Substanzen, die darüber Einzug in den Organismus halten können. Gebrandmarkt werden das Rauchen, zuckerhaltige Getränke oder Putzmittel.

Hinter dieser Gesundheits-Kampagne mit dem Namen „Non Toxic Revolution“ steckt die gemeinnützige US-Organisation Keep A Breast, die vor allem junge Menschen dazu animieren will, sich gegen die Gefahren und Auswirkungen von Giftstoffen in ihrem Alltag zu widersetzen. Der Schwerpunkt liegt auf der Prävention – wer gesünder lebt, reduziert die Krebsgefahr. Die Organisation Keep A Breast konnte bereits Stars wie Susan Sarandon und Katy Perry dafür gewinnen, ihre Oberkörper ins Gips gießen zu lassen und die Abdrücke dann meistbietend zu versteigern.

Auch Ausstellung mit Pop-up-Shop

„Ich unterstütze die Organisation seit mehr als zehn Jahren“, sagt Shepard Fairey zu seinem Engagement. „Brustkrebsprävention ist ein persönliches Anliegen, weil ich bereits zwei Tanten an Brustkrebs verloren habe und meine Mutter die Krankheit überlebt hat.“

Seine Bilder sind nicht nur im Berliner Straßenbild zu sehen, sondern werden auch Teil einer Ausstellung sein. Die Vernissage dazu findet am 5. Juli in der Strychnin Gallery in Friedrichshain statt. Dort werden neben Faireys Arbeiten auch Werke von Berliner Künstlern präsentiert, die dessen Motive neu interpretiert haben. Die Ausstellung und ein zugehöriger Pop-up-Shop mit limitiertem britischem Porzellan sind dann in Friedrichshain bis zum 4. August geöffnet.

Non Toxic Revolution: Werke von Shepard Fairey und anderen, Vernissage 5. Juli um 19 Uhr, Ausstellung 6. Juli bis 4. August, Strychnin Gallery, Boxhagener Str. 36

Weitere Infos unter www.strychnin.com