Berlin - Allerdings werden die Wachschützer nicht unmittelbar am Montag zu Beginn des neuen Schuljahres vor den Türen stehen, sondern erst nach den Herbstferien. „Zunächst müssen die Firmen, die sich beworben haben, die Gelegenheit haben, die Schulen zu besuchen“, sagte Giffey. Die Bewerbungsfrist ende am 3. September, eine Entscheidung falle Ende September. Um Geld zu sparen, würden die Wachschützer aber nicht schon in den Herbstferien eingestellt.

Neukölln hatte den bundesweit einmaligen Wachschutz an Schulen im Jahr 2007 eingeführt. So sollten schulfremde und gewaltbereite Personen von Schulen ferngehalten werden. Zum Jahresende 2011 stellte Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD), zugleich auch für die Finanzen zuständig, den Wachschutz zähneknirschend wieder ein. Dafür sei kein Geld mehr vorhanden. Nachdem der Senat den Bezirken aber mehr Geld zugesichert hatte, setzt Buschkowsky sein Prestige-Projekt nun fort.

Dunkle Ecken besser ausgeleuchtet

Viele seiner Parteifreunde halten Wachschutz vor Schulen indes für eine unpädagogische und allzu teure Maßnahme. 400.000 Euro stehen für den Wachschutz in diesem Jahr zur Verfügung, im nächsten Jahr sind es 600.000 Euro. Schulleiter wie Georg Krapp vom Albert-Schweitzer-Gymnasium hatten indes wiederholt um Wachschutz gebeten. Die Toiletten des Schweitzer-Gymnasium am Hermannplatz waren zuletzt von Heroin-Junkies benutzt worden.

Zu zehn Schulen, die bereits zuvor Wachschutz hatten, kommt noch die Reichwein-Förderschule hinzu. Technische Lösungen wie eine Schließanlage mit Videoüberwachung wären teurer gewesen als der Wachschutz, sagte Giffey. Auch Lehrer des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums wollten unbedingt Wachschutz, damit die Schüler auf den Weg zur entlegenen Turnhalle nicht von anderen Jugendlichen belästigt werden. Sechs Neuköllner Schulen lehnten dagegen eine Wiederkehr des Wachschutzes ab oder wurden daher nicht bedacht. Die Rixdorfer Grundschule etwa hat einfach bisher dunkle Ecken besser ausgeleuchtet.