Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft hält die Sicherheitsmaßnahmen in Kaufhäusern mit uniformierten Wachleuten prinzipiell für ausreichend. An dieser Einschätzung ändere auch der Überfall auf das KaDeWe am Sonnabend nichts, sagte Hauptgeschäftsführer Harald Olschok, in dessen BDSW deutschlandweit 896 Sicherheitsfirmen organisiert sind.

Entscheidend sei vielmehr, dass der Überfall rasch aufgeklärt werde. „Das ist die beste Prävention“, sagte Olschok. Und er sei sicher, dass die Polizei alles dafür tue. Jetzt müssten alle Videoaufzeichnungen ausgewertet werden.

Olschok, dessen Mitgliedsunternehmen von dem Bedürfnis nach privater Sicherheit leben, sagte, dass weder mehr Wachleute als im Advent üblich eingestellt werden müssten noch eine Taschenkontrolle wie an Flughäfen wünschenswert wäre. Beides würde die Atmosphäre in den Einkaufsstraßen empfindlich stören. „Außerdem ist ein Überfall in dieser Brutalität sowieso nicht zu verhindern, egal, wie viele Wachleute da stehen“, sagte Olschok.

Der Verbandsfunktionär verwies in dem Zusammenhang auf die Statistik bei Überfällen auf Wert- und Geldtransporter. In Deutschland wies die polizeiliche Kriminalstatistik in den vergangenen Jahren maximal sechs Überfälle pro Jahr aus, in Großbritannien wurden 2013 immerhin 270 Überfälle dieser Art begangen, in Frankreich waren es noch 59.

Der Unterschied liege nicht darin, dass es in Deutschland prinzipiell weniger Kriminalität gebe, so Olschok, „aber hier bei uns wird besser aufgeklärt“. Er kümmere sich seit fast zwei Jahrzehnten um dieses Thema, und er könne sich in diesem Zeitraum an fast keinen unaufgeklärten Überfall auf einen Transporter erinnern. Olschok: „So eine Bilanz schreckt Täter ab.“

Und diese könne auch nicht dadurch geschmälert werden, dass der Fall vom 1. Oktober dieses Jahres, als drei Bewaffnete am Salzufer in Charlottenburg einen Geldtransporter überfielen und dann mit der Beute fliehen konnten, bis heute nicht aufgeklärt ist. Auch von dem Geld fehlt jede Spur.