Berlin - Da sind sie wieder: Drei junge Frauen und ein Mann schieben sich durchs Gewimmel des am Montag eröffneten Weihnachtsmarktes auf dem Alexanderplatz. Eine der Frauen hält einem älteren Paar ein Klemmbrett hin. Darauf ist eine angebliche Spendenliste für einen guten Zweck, auf der sie unterschreiben und Geld geben sollen. Das Paar lehnt ab und geht. Andernfalls wären die beiden wohl Opfer dieser Ablenkungsmasche geworden. Die Trickdiebe hätten ihnen Scheine aus der Geldbörse oder das Handy gestohlen. Die Gruppe dreht schnell nach rechts ab – runter vom Markt, sie fühlt sich beobachtet.

Nicht nur in der Vorweihnachtszeit sind der Alexanderplatz und seine Umgebung Kriminalitätsschwerpunkt, sondern zu allen Jahreszeiten – Freitagnacht, wenn das Partyvolk sich vor der Alex-Oase trifft. Wenn Touristen durch die Rathauspassage ziehen, wenn sich junge Männer vor dem Fernsehturm prügeln. So geschehen vor zwei Wochen, als irakische und syrische Flüchtlinge mit Messern aufeinander einstachen. So passierte es vor zwei Monaten, als junge Männer in einen blutigen Streit um eine Frau gerieten. Am deutlichsten ist den Innenpolitikern der „Fall Jonny K.“ in Erinnerung. Der 20-Jährige wurde im Oktober 2012 vor den Rathauspassagen totgeprügelt, was den Alexanderplatz bundesweit in die Schlagzeilen brachte.

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