Die BVG baut um. In einigen Tunnelabschnitten der Berliner U-Bahn sind die Sicherheitsbereiche für die Mitarbeiter zu klein, teilte Petra Reetz, die Sprecherin des Landesunternehmens mit. Darum müssen Tunnelstützen versetzt und Nischen, in denen sich die U-Bahner bei Zugfahrten zurückziehen können, vergrößert werden. Damit setzt die BVG eine Forderung der Technischen Aufsichtsbehörde des Senats um, die mehr Platz in den Sicherheitsbereichen verlangt hatte.

Betroffen sind Strecken des so genannten Kleinprofils – ältere Tunnel, die zum Beispiel von Zügen der Linien U1, U2 und U3 befahren werden. Ausgebaut wird unter anderem die Abstellanlage am U-Bahnhof Zoologischer Garten, wo der Zugbetrieb auf der U2 von August bis November sonntags bis donnerstags ab 21 Uhr eingestellt wird. Fahrgäste müssen auf Busse umsteigen.

Die Anpassungen werden so vorgenommen, damit die Sicherheitsbereiche auch dann ausreichen, wenn die jetzigen Züge von den breiteren Wagen der neuen U-Bahn-Baureihe IK abgelöst werden. Deren Wagen werden im Bereich der Sitzplätze einen „Bauch“ bekommen – die Wände werden nach außen gewölbt, um den Fahrgästen innen mehr Raum zu bieten.

Neue dicke Bahnen

Die so genannte „Bombierung“ führt dazu, dass sich die Wagen auf 2,40 Meter verbreitern. Bisher sind die Züge für die Kleinprofillinien U1 bis U4 2,30 Meter breit. Die ersten acht Wagen der neuen U-Bahn-Generation sollen Anfang 2015 fertig sein und dann im Fahrgastbetrieb erprobt werden. Bewähren sie sich, will die BVG 24 weitere Vier-Wagen-Einheiten erwerben, die 2017 und 2018 geliefert werden. Die Firma Stadler hat den 158-Millionen-Euro-Auftrag bekommen. Die Wagen sollen in Berlin gefertigt werden.

Reetz betonte, dass die neuen U-Bahnen nicht zu dick für die U-Bahn-Tunnel seien. Testfahrten hätten ergeben, dass die breiteren Wagen in den unterirdischen Bauwerken nicht anecken werden. Bei diesen Fahrten wurden Züge mit Schaumstoff auf 2,40 Meter verbreitert und durch die Tunnel geschickt. Die Ausweitung der Sicherheitsbereiche hätte ohnehin vorgenommen werden müssen, sagte Reetz. Dies sei auch eine Reaktion auf einen tödlicher Unfall, der sich am 1. März 2006 im Tunnel der U2 vor der Einfahrt in den Bahnhof Wittenbergplatz ereignet hatte. Damals erfasste eine U-Bahn auf Gleis 3 den 59 Jahre alten BVG-Mitarbeiter Werner Sch., der dort die Nischen in den Tunnelwänden kontrollieren sollte. Sch. war seit 1984 bei der BVG tätig und galt als zuverlässig sowie fachlich sehr versiert. Möglicherweise hatte der Fahrtwind seine Jacke aufgebläht, sodass sie ins Gleisprofil ragte, hieß es.