Maxim, Marlin und Krystina Schulz (v. l. n. r.) aus Treptow.
Foto: Volkmar Otto

Berlin - Marlin streicht mit seiner Hand über ein glattes Stück Holz. Der Baustoff zieht ihn magisch an. „Holz beruhigt ihn. Er kann ganze Nachmittage bei Ikea verbringen“, sagt seine Mutter Krystina Schulz (35). Der Siebenjährige aus Treptow kann sehr intensiv fühlen, aber nicht hören und auch nicht sprechen. Er kam schwer krank, mit mehreren Organschäden und einer Bewegungsstörung zur Welt. Später diagnostizierten seine Ärzte Autismus. Damit Marlin und seiner Familie der Alltag erleichtert werden kann, braucht er einen Assistenzhund. Doch die Kosten (rund 26.000 Euro) hierfür werden von den Krankenkassen grundsätzlich nicht übernommen. Seine Eltern haben schon sämtliches Ersparte zusammengekratzt und Freunde und Verwandte mobilisiert. Doch noch immer fehlen ihnen 3000 Euro.

Nicht immer gibt es diese ruhigen Momente, in denen Marlin konzentriert mit dem Holz beschäftigt ist. „Man kann ihn keine 30 Sekunden allein lassen“, sagt seine Mutter. Denn Marlin läuft nicht nur schnell davon, sondern er hat auch eine andere Wahrnehmung als gesunde Kinder. Er erkenne keine Gefahren und habe keine Berührungsängste. Gerade habe er bei seiner Großmutter einen Vogel, den sie als Deko aufgestellt hatte, vom Balkon geschmissen und gelacht. Für seine Eltern, seine beiden älteren Geschwister und auch für Marlin selbst, ist der Alltag eine besondere Herausforderung. Krystina Schulz musste ihren Job als Chefsekretärin aufgeben, damit sie ununterbrochen an der Seite ihres Kindes sein kann. Weil Marlin vor Energie strotzt und von allein nicht müde wird, muss er sogar ein Schlafhormon einnehmen, um abends zur Ruhe zu kommen.

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