Das von Berlin aus gelenkte Dax-Unternehmen Siemens Energy hat für seine Kraftwerksparte einen Großauftrag mit einem Gesamtvolumen von etwa einer Milliarde Euro unter Dach und Fach gebracht. Die dafür nötigen Gasturbinen sollen in Moabit gefertigt werden.

Siemens Energy wird bis 2025 in Brasilien ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von drei Gigawatt errichten und schlüsselfertig übergeben. Der Auftrag umfasst eigenen Angaben zufolge drei Gasturbinen der sogenannten HL-Klasse, eine Dampfturbine, vier Generatoren und drei Abhitzedampferzeuger sowie die Elektro- und Leittechnik. Darüber hinaus hat Siemens Energy einen langfristigen Servicevertrag unterzeichnet.

Für das Berliner Gasturbinenwerk an der Huttenstraße in Moabit ist dieser Auftrag besonders wichtig. Denn seit langem geht die weltweite Nachfrage nach Großturbinen zurück. Wurden vor einigen Jahren noch 400 der bis zu 450 Tonnen schweren Kraftwerksaggregate geordert, waren es im vorigen Jahr nur noch 80 Turbinen. Zwar konnten 2018 Schließungspläne für das Berliner Werk abgewendet werden, doch hatte Siemens Energy zu Jahresbeginn die Streichung von insgesamt 3000 Jobs in Deutschland angekündigt. Tatsächlich steht inzwischen fest, dass von den aktuell 3600 Arbeitsplätzen im Gasturbinenwerk bis 2025 insgesamt 600 Jobs wegfallen werden, weil die Arbeit nach Asien und Ungarn verlagert wird.