Berlin - Die neue Woche hat in Berlin mit einem allgemeinen Verkehrschaos begonnen. Der Grund ist eine technische Störung bei der S-Bahn, die um 1.20 Uhr bekannt gegeben wurden. Und das ausgerechnet am ersten richtigen Regentag seit vielen Wochen, an dem zusätzlich auch noch viele tausend Radfahrer auf die Öffentlichen umgestiegen sind.

Unternehmenssprecherin Sandra Spieker sagte der Berliner Zeitung, dass in der Leitzentrale von DB Netz in Halensee – also der wichtigsten Koordinierungsstelle für den Zugverkehr der Deutschen Bahn und der Berliner S-Bahn – ein Computerproblem aufgetreten ist.

„Es ist ein Softwareproblem“, sagte sie. Dadurch ist ein elektronisches Stellwerk in der Nähe des Hauptbahnhofes ausgefallen. In der Leitzentrale der Bahn arbeiten die Fahrdienstleiter, die so etwas sind wie die Fluglotsen, die sämtliche Weichen stellen und den Zugverkehr beobachten und steuern.

Fern- und Regionalzüge nicht betroffen

Am Morgen im Berufsverkehr konnten keine Bahnen mehr auf der viel befahrenen Innenstadtstrecke zwischen Friedrichstraße und Tiergarten fahren. „Glück im Unglück ist, dass die Fern- und Regionalzüge nicht betroffen sind und dass die Fahrgäste auf die U-Bahn und die Busse ausweichen können“, sagte S-Bahn-Sprecherin Sandra Spieker.

Am Morgen kam es rund um den Hauptbahnhof zu massiven Zugausfällen, denn gleich vier Linien - die S3, S5, S7 und S9- wurden zwischen Friedrichstraße und Zoologischer Garten eingestellt.

Um kurz nach 10 Uhr konnte die S-Bahn dann melden, dass die S3 und S9 wieder regulär fahren. „Wir können auf der Strecke teilweise wieder fahren, weil von den drei gestörten Signalen zwei inzwischen wieder funktionieren“, sagte S-Bahn-Sprecherin Spieker.

Ab 11 Uhr fuhren dann auch die S5 wieder. Um 12 Uhr wurden dann gemeldet, dass die Signalstörung behoben ist, dass es aber weiterhin zu Verspätungen und Zugausfällen kommt.

Aber die Züge der S5 verkehren weiterhin nur zwischen Strausberg Nord oder Hoppegarten und der Station Warschauer Straße. Und bei der S7 gibt es bis 13 Uhr Bauarbeiten zwischen Ahrensfeld und Springpfuhl.

Die meistbefahrene Strecke

Bei der gestörten Strecke handelt es sich um einen großen Teil der sogenannten Berliner Stadtbahn, die insgesamt mehr als elf Kilometer lang ist und vom Ostbahnhof über Alexanderplatz, Friedrichstraße, Hauptbahnhof und Zoologischer Garten zum Bahnhof Charlottenburg reicht. Dort gibt es vier Gleise – zwei für Regional- und Fernzüge, zwei für S-Bahnen. Die Strecke ist noch vor dem S-Bahn-Ring die meistbefahrene Strecke der Stadt: So fuhren 2018 zwischen Friedrichstraße und Hackeschem Markt täglich etwa 230000 Fahrgäste mit der S-Bahn.

Auswirkungen auch auf entfernten Strecken

Diese Störung hatte massive Auswirkungen auf den morgendlichen Berufsverkehr in der gesamten Stadt. Beispielsweise war es auf der U5 zwischen Alexanderplatz und der Ringbahn so voll wie selten und viele Fahrgäste kamen gar nicht mehr in die Bahnen hinein. Selbst an manchen Ausgängen der Bahnhöfe bildeten sich Schlangen, weil die Treppen überfüllt waren - und das auf einer Strecke, die doch ein Stück entfernt ist von der gestörten Strecke.

Und damit nicht genug: Denn am Dienstag wird es zu weiteren Störungen kommen, dann allerdings nicht bei der S-Bahn auf der Stadtbahn, sondern bei den Regional- und Fernzügen. Da vom 10. September bis 14. Oktober Bauarbeiten am Hauptbahnhof anstehen, soll es Sperrungen zwischen den Bahnhöfen Charlottenburg, Zoologischer Garten und Hauptbahnhof geben.