Silvester am Brandenburger Tor in Berlin: Die wichtigsten Infos rund um die Party

Ganz groß soll in diesem Jahr die Neujahrsfeier am Brandenburger Tor werden. Die Bühne, auf der am Silvestertag 24 Bands auftreten sollen, misst 500 Quadratmeter. 75 Kilometer Kabel wurden verlegt, um gute Licht-, Ton- und Bildverhältnisse zu gewährleisten. Zur größten Silvesterparty in Deutschland werden mehrere Hunderttausend Menschen erwartet. 150 Imbissbuden werden für die Besucher aufgebaut. Die Menschen, die sich das Spektakel am Brandenburger Tor nicht entgehen lassen wollen, sind meist Touristen.

Die Partymeile öffnete bereits am Freitag von 14 bis 20 Uhr. Wer mochte, konnte sich Musikproben der Bands anhören, die an Silvester auf der Riesenbühne auftreten werden. Am Sonnabend öffnete die Meile um 13 Uhr. Zahlreiche Besucher kamen bereits am frühen Nahmittag zum Brandenburger Tor.

Am Eingang und vor den Buden drängten sich ähnlich viele Menschen wie im vergangenen Jahr, wie eine Sprecherin des Veranstalters sagte. Anders als 2015 spielte auch das Wetter mit: Bei knackigen 3 Grad stand am Nachmittag keine einzige Wolke am Himmel über der Partymeile zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor.

Das Programm

Die Veranstalter setzen zum großen Teil auf ihr bewährte Konzept und bieten ein Bumbum-90er-Jahre-Unterhaltungsprogramm: DJ Bobo tritt auf, Fun Factory, La Bouche, die Vengaboys. Aber auch Oldies wie Rainhard Fendrich, Peter Schilling, Maschine von den Puhdys, Bonny Tyler und Marianne Rosenberg sind dabei. Damit der Mix stimmt, wurden aber auch Nachwuchsmusiker wie Carlota Emilia oder Max Giesinger engagiert.

Der Jahreswechsel

Jermaine Jackson, der Bruder des verstorbenen US-Sängers Michael Jackson, soll in der Silvesternacht kurz vor null Uhr seinen Hit aus dem Jahre 1984 „When the Rain Begins to Fall“ singen. Vielleicht regnet es ja dann ein wenig. Laut Wetterprognose soll es in der Silvesternacht aber trocken bleiben. Dann folgt der Countdown: 10, 9, 8, 7... anstoßen, neues Jahr begrüßen, umarmen, Küsschen – es folgt ein prächtiges Feuerwerk mit viel Boom Boom! Das Lichtspektakel am Himmel soll durch eine Mischung aus Klassik- und Technomusik begleitet werden. Das ZDF wird die Feier vier Stunden lang live übertragen. Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner übernehmen die Moderation.

Die Kontrollen

Die Veranstalter rechnen an den Kontrollpunkten mit längeren Wartezeiten, weil die Besucher nach dem islamistischen Terror-Anschlag am Breitscheidplatz intensiver kontrolliert werden. Rucksäcke, große Taschen, Koffer sowie Feuerwerkskörper und Pyrotechnik jeglicher Art sind verboten – genauso das Mitbringen von scharfen, spitzen Gegenständen sowie solchen, die als Waffe benutzt werden können. Nicht erlaubt sind Glasflaschen, Laser-Pointer, Leitern, Hocker, Stühle und Kisten. Auch Tiere dürfen nicht mitgebracht werden.

Die Sicherheit

Damit die Silvester-Party ohne Störungen verläuft, wurden die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Lkw-Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz deutlich verstärkt. Bisher haben die Behörden meist im Hintergrund agiert, nun sind die Maßnahmen sichtbar:

Erstmals ist die Festmeile an der Ebertstraße sowie am Großen Stern mit Betonsperren gesichert. Auch auf dem Pariser Platz wurden Betonpoller aufgestellt. So wollen die Sicherheitskräfte verhindern, dass ein Fahrzeug in die feiernden Menschenmassen durchbrechen kann.

Die Sicherheitskräfte nennen das einen festungsartigen Ausbau. Damit Einsatz- und Rettungsfahrzeuge zur Partymeile gelangen, können an den Zufahrtsstraßen die Betonpoller auf einem Schlängelkurs umfahren werden – aber nur mit geringer Geschwindigkeit. Zum Konzept gehört auch, dass die Zufahrten zwischen den Betonblöcken mit gepanzerten Fahrzeugen etwa Wasserwerfern versperrt werden.

Insgesamt setzt der Veranstalter der Silvesterparty etwa 600 Mitarbeiter als Security ein. Sie kontrollieren nicht nur die Eingänge, sondern sollen zusammen mit der Polizei auch darauf achten, dass es zu keinen sexuellen Übergriffen wie zu Silvester vergangenen Jahres in Köln kommt. Auf der Domplatte waren Hunderte Frauen von jungen Männern größtenteils aus Algerien und Marokko drangsaliert und teils auch ausgeraubt worden.

Die Berliner Polizei betont, dass die Silvesterparty in Berlin einen völlig anderen Charakter hat. Rings um das Brandenburger Tor sollen wie 2015 mehr als 1000 Polizisten im Einsatz sein, sagte Sprecher Thomas Neuendorf. Insgesamt werden damit in der Hauptstadt 1700 Polizisten zusätzlich zu den normalen Streifen auf den Straßen unterwegs sein. Sie beobachten auch neuralgische Orte etwa in den Bezirken Neukölln, Wedding und Mitte.

Beobachtet werden auch die Partygäste auf der Straße des 17. Juni. Im Bereich der Eingänge und an einigen Laternen entlang der Straße wurden Videokameras installiert. Die Aufnahmen der Kameras laufen in einer Einsatzzentrale zusammen und werden von Sicherheitsbehörden überwacht. Sie koordinieren im Notfall dann die Einsätze der Hilfskräfte, etwa von Sanitätern und Feuerwehr.

Die Helfer

Nieselregen und Kälte, das ist sein Lieblingswetter, aber nur für Silvester, scherzt Landesbranddirektor Wilfried Gräfling. Denn dann würden die Menschen nicht sehr lange draußen feiern und mit Böllern um sich werfen. Das gilt natürlich nicht für die Partymeile, dort sind Knallkörper sowieso nicht erlaubt.

Wie Gräfling sagt, richtet die Feuerwehr an der Partystrecke zwei temporäre Wachen sowie sechs Unfallhilfsstellen ein. Auch seien Feuerwehrleute in der Menschenmenge zu Fuß unterwegs, so Gräfling. Wer einen Unfall meldet, sollte den Einsatzkräften die Nummer der nächstgelegenen Laterne auf der Feier-Meile nennen.

Insgesamt wird die Berliner Feuerwehr in der Stadt mit 1500 Helfern und 390 Fahrzeugen im Einsatz sein. Das entspreche dem Aufgebot der Vorjahre. „Wir haben eine Verstärkung geprüft, aber wir können nicht mehr auf die Straße bringen“, so Gräfling. „Wir sind gut aufgestellt.“ Im Notfall stünden zusätzliche Einheiten zum Dienst bereit, dazu zählen auch Organisationen wie Technisches Hilfswerk und das Rote Kreuz. Zudem warnte die Feuerwehr davor, illegale Böller zu zünden, die Menge an Sprengkraft und die Zündschnüre gelten als unberechenbar.

Gräfling warnt, mit Pyrotechnik nicht auf Menschen, Tiere oder Gebäude zu zielen. Immer wieder werden auch Rettungsfahrzeuge beschossen und die Helfer bei der Arbeit behindert. 2015 habe es 1547 Feuerwehreinsätze gegeben – darunter mehr als 1000 Rettungsfahrten und 430 Brände.

An- und Abfahrt

Viele Berliner und Touristen werden in der Stadt am Sonnabend unterwegs sein. Die BVG bietet daher zusätzliche Fahrten auf den meisten U-Bahn- sowie auf mehr als 30 Straßenbahn- und Buslinien an. Zu Verkehrseinschränkungen kommt es Silvester rund um das Brandenburger Tor. Busse werden in diesem Bereich umgeleitet.

Auf Bitten der Polizei wird ab etwa 16 Uhr auch die U55 aus Sicherheitsgründen wegen des zu erwartenden großen Andrangs bei der Silvesterfeier eingestellt. Daher empfiehlt die BVG, für die Fahrt zum Veranstaltungsort auch die U-Bahnlinien U2, U6 sowie die U9 zu nutzen.