Bushidos Freunde und seine Produktionsfirma haben wieder einmal Besuch von der Polizei bekommen. Am Donnerstagmorgen durchsuchten Beamte in Berlin neun Objekte. Grund für die Razzia ist ein Verfahren, das sich gegen Mitglieder des polizeibekannten Familienclans Abou-Ch. richtet, mit dem der Rapper Bushido verbandelt ist.

40 Polizisten im Einsatz

„Es geht um den Verdacht der Bestechung, Bestechlichkeit und Beihilfe dazu, um Urkundenfälschung und den Verdacht weiterer Vermögensstraftaten“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Konkreter wollte er sich allerdings nicht zu den Vorwürfen äußern.

40 Polizisten waren im Einsatz, dazu Steuerfahnder, Finanzermittler und zwei Staatsanwälte. „Zahlreiche Beweismittel wie Unterlagen und Datenträger wurden beschlagnahmt. Sie werden jetzt ausgewertet“, sagte Steltner.

Die Ermittlungen richten sich gegen fünf Beschuldigte. Unter ihnen ist ein angesehener Notar und Rechtsanwalt aus Charlottenburg, dessen Kanzlei ebenfalls durchsucht wurde. Durchsucht wurden auch die Räume einer Musikfirma an der Puderstraße in Treptow, die die Lieder des Rappers herausbringt. Laut Steltner gehört Bushido nicht zu den Beschuldigten. Die Ermittlungen richteten sich gegen sein Umfeld.

Der Abou-Ch.-Clan betreibt ein komplexes Unternehmensgeflecht. Unter anderem erwarb er Immobilien bei Rüdersdorf. Vor einem Jahr kam heraus, dass Bushido, der aus seiner Verbindung zu dem Clan kein Geheimnis macht, einem Mitglied eine Vollmacht erteilt hat. Darin erlaubte er diesem großzügig, in seinem Namen Rechtshandlungen vorzunehmen. Bei den derzeitigen Ermittlungen soll es unter anderem um eine Vollmacht zwischen Bushido und einem Mitglied der Familie Abou-Ch. gehen. Letzterer soll diese rückdatiert haben. Zudem wird der Verdacht illegaler Firmenbestattungen geprüft. Dieser Straftatbestand träfe zu, wenn Gesellschafterverhältnisse einer Firma verschleiert werden, indem ein Strohmann als Geschäftsführer eingesetzt wird. Bei einer Insolvenz gehen Gläubiger leer aus. Einnahmen aus dem Verkauf noch vorhandener Werte würden unterschlagen und nicht versteuert.

Die arabischstämmige Familie, mit der der Rapper, der 2011 den „Integrations-Bambi“ erhielt, so eng verbrüdert ist, sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Unter anderem attackierten wegen Bedrohung angeklagte Mitglieder 2012 im Landgericht ein Fernsehteam. Die Wachtmeister sahen tatenlos zu. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert eine spezielle Ermittlungsgruppe aus qualifizierten Fahndern, um die Geldflüsse krimineller Clans zu kontrollieren.

Auch gegen den Rap-Star, der sich gern mit Politikern zeigt, wurde schon mehrfach ermittelt. Gegen ihn läuft derzeit ein gesondertes Verfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.