Das Stehlen von Geld mit gefälschten Geldkarten liegt in Deutschland im Trend - in Berlin sind 2017 die meisten Angriffe gezählt worden. Aus dem Lagebericht des Bundeskriminalamts geht hervor, dass 2017 130 mehr dieser sogenannten Skimming-Angriffe in Deutschland erfolgt sind als im Vorjahr. 287 der 499 der registrierten Taten sind demnach in Berlin begangen worden.

Mit „Skimming“ wird eine Methode bezeichnet, mit der Kriminelle Daten von Bankkarten ausspähen. Den Ermittlern zufolge hat sich die Methode nicht geändert: Kartendaten werden mit speziellen Geräten („Skimmer“) ausgelesen und die Pin-Eingabe mit Kameras oder Tastaturattrappen aufgezeichnet. Eine Ursache für die Häufung der Taten in Berlin wird darin gesehen, dass Touristen Karten ohne EMV-Chips benutzen, die Karten besser schützen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen für Verbraucher: 

Was bedeutet "Skimming"?

Hierbei installieren Täter vor dem Karteneinschubschacht der Geldautomaten ein manipuliertes Kartenlesegerät, oder sogar eine vollständige Frontplatte. Diese sind optisch am Geldautomaten angepasst - mit gleicher Farbe und gleichen Aufklebern. Die eingeschobene Karte wird durch das manipulierte Lesegerät zum originalen Kartenleser des Automaten weitertransportiert.

Kontodaten können so ausgelesen und gespeichert werden, ohne dass der Kunde misstrauisch wird. Die Täter erstellen mit den gestohlenen Daten eine Kopie der Karte und versuchen danach, damit einzukaufen oder Geld abzuheben.

Die Täter zeichnen die Pin-Eingabe dabei mit an verschiedenen Orten installierten Mini-Kameras oder über ein Foto-Handy auf. Zum Beispiel mit einer zum Geldautomaten-Typ passende Verblendung oder (Kamera-)Leiste oberhalb der Pin-Tastatur, mit manipulierten Prospekthaltern, oder einer Rauchmelderattrappe. Pins können auch durch einen gefälschten Tastaturaufsatz ausgespäht werden, oder mit einem Aufsatzkartenlesegerät mit integrierter Kamera.

Wie hoch sind die Schäden durch "Skimming"?

Die Schadenssumme durch "Skimming"-Fälle sinkt seit Jahren, weil moderne Geldkarten mit einem Chip ausgestattet sind, der das illegale Erstellen von Karten-Kopien erschwert. Von Januar bis einschließlich Juni 2017 belief sich der deutschlandweite Schaden durch "Skimming" auf 938.000 Euro. Im ersten Halbjahr 2016 waren es 844.000 Euro, im Gesamtjahr 2016 standen 1,9 Millionen Euro zu Buche.

Wie kann man sich vor "Skimming" schützen?

Sollte man mehrere Zahlungskarten besitzen, rät die Polizei, zum Türöffnen des Bankinstitutes nicht dieselbe Karte zu verwenden, mit der Geld abgehoben wird. Die Pin sollte niemals an einem Türöffner einer Bank eingegeben werden. Kein Geldinstitut verlangt laut Polizei die Eingabe der Pin beim Zugang zu Geldautomaten. Die Pin sollte man stets getrennt von der Karte aufheben. Bei der Eingabe der Nummern an Automaten sollte darauf geachtet werden, nicht beobachtet zu werden. Dazu gehört auch ein ausreichender Sicherheitsabstand zum nächsten Kunden.

Bei der Pin-Eingabe deckt man das Tastaturfeld am besten mit einer Hand oder einem Gegenstand vollständig ab, um das Ausspähen der Eingabe zu erschweren. Geldautomaten, an denen etwas ungewöhnlich erscheint, etwa durch angebrachte Leisten, abstehende und lockere Teile oder Spuren von Kleber rund um den Kartenschlitz, sollten nicht genutzt werden. Auch wichtig: Kontoauszüge regelmäßig kontrollieren und sich bei Auffälligkeiten umgehend an die Bank wenden.

Was tun, wenn man Opfer von "Skimming" wird?

Die Karte sollte sofort über die Bank, beziehungsweise den bundesweiten Sperrnotruf unter 116 116 gesperrt und Anzeige bei der Polizei erstattet werden. (mit dpa)

Weitere Infos finden Sie auf den Webseiten der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.