Besucher- und Informationszentrum des Bundestags

Weiße Säulen und viel Glas zieren die Fassade des geplanten Besucher- und Informationszentrums (BIZ) des Deutschen Bundestag. Der Neubau soll nach Plänen des Züricher Architekten Markus Schietsch und des Landschaftsarchitekten Lorenz Engster an der Scheidemannstraße entstehen. Sie haben sich mit ihrem Entwurf bei einem Wettbewerb 2015/2016 durchgesetzt. Durch den Bau des BIZ sollen die bisherigen Container auf dem Platz der Republik überflüssig werden, in denen die Besucher des Reichstagsgebäudes seit einer Terrorwarnung im November 2010 kontrolliert werden. Künftig sollen die Besucher im BIZ kontrolliert werden und dann durch einen unterirdischen Tunnel bis vor das Reichstagsgebäude gelangen. An der Westseite dürfen sie dann den Parlamentsbau betreten.

Nach Angaben des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) soll die Entwurfsplanung für den Neubau im Jahr 2019 abgeschlossen sein. Nach der notwendigen baufachlichen und haushaltsrechtlichen Anerkennung werde dann ein „belastbarer Terminplan“ vorgelegt werden, heißt es. Die Kostenobergrenze für das Projekt wurde vom Ältestenrat des Bundestags auf 150 Millionen Euro festgelegt.

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hatte zwischenzeitlich mit einem Vorschlag zur Vergrößerung des BIZ für Aufsehen gesorgt. Nach einer Besichtigung des Besucherzentrums im US-Kapitol in Washington, das über die Demokratie in den USA informiert, plädierte Kubicki dafür, das Berliner Pendant „mindestens doppelt“ so groß zu bauen als bisher vorgesehen. Das BIZ soll mit einer Fläche von 6600 Quadratmetern deutlich kleiner werden als das Visitor Center des Kapitols mit 52.000 Quadratmetern. Bei Vertretern der anderen Parteien konnte Kubicki sich jedoch nicht durchsetzen. Sie mahnten an, möglichst schnell mit dem Bau des BIZ zu beginnen. Das BBR wies sicherheitshalber darauf hin, dass sich das Baugrundstück im „Gartendenkmal Tiergarten“ befinde. Es sei deswegen „nicht erweiterbar“.

Erweiterung des Kanzleramts

Im Jahr 2001 wurde das Bundeskanzleramt im Spreebogen eröffnet, doch jetzt reicht der Platz dort nicht mehr aus. Die Regierungszentrale soll deswegen einen Erweiterungsbau erhalten. Dieser soll „im Kanzlerpark entstehen“, wie ein Regierungssprecher vor kurzem erklärte. Der Kanzlerpark befindet sich vom Hauptgebäude der Regierungszentrale aus gesehen auf der anderen Seite der Spree – und ist über eine Brücke mit dem Kanzleramt verbunden.

Die Erweiterung sei nötig, weil es inzwischen mehr Aufgaben für das Kanzleramt und damit mehr Personal gebe, so der Sprecher. Die Mitarbeiter sind schon jetzt auf mehrere Standorte in Berlin verteilt. Außer im Hauptgebäude des Kanzleramts an der Willy-Brandt-Straße 1 arbeiten die Beschäftigten unter anderem im Neubau des Ministeriums für Bildung und Forschung am Kapelle-Ufer 2 in Mitte. Wie groß der geplante Erweiterungsbau werden soll und was er kosten wird, ist noch offen.

„Die Größe des Bauprojekts und die Gesamtkosten lassen sich erst nach Abschluss einer derzeit laufenden Machbarkeitsstudie beziffern“, sagte der Regierungssprecher. Belastbare Angaben zu Zeitplan und Baubeginn seien gegenwärtig ebenfalls noch nicht möglich. Nach Abschluss der Machbarkeitsstudie sei eine Information der Öffentlichkeit über das Bauprojekt geplant – voraussichtlich im ersten Quartal 2019.

Luisenblock Ost

Manche Planung zieht sich in Berlin etwas hin, aber das heißt nicht, das sie nicht doch irgendwann realisiert wird. Neun Jahre nach dem städtebaulichen Wettbewerb zur Gestaltung des Luisenblocks Ost soll der preisgekrönte Entwurf für die Erweiterung des Parlamentsviertels nun realisiert werden – und das sogenannte Band des Bundes damit Richtung Bahnhof Friedrichstraße verlängert werden. Der Berliner Senat hat jedenfalls vor kurzem dem Entwurf für den Bebauungsplan zugestimmt. Jetzt muss noch das Abgeordnetenhaus entscheiden.

Der Luisenblock Ost liegt zwischen Luisenstraße, Schiffbauerdamm und S-Bahntrasse. Auf dem rund 47.000 Quadratmeter großen Areal sollen Büros für das Parlament, Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Grundlage für die Neugestaltung ist der Entwurf der Berliner Architekten Kusus + Kusus, die im Jahr 2009 den städtebaulichen Wettbewerb für das Areal gewonnen haben. Ihr Entwurf sieht vor, das Band des Bundes, das bisher aus dem Kanzleramt, dem Paul-Löbe-Haus und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestags besteht, mit einer kurvenartigen Bebauung bis zum Schiffbauerdamm zu verlängern.

Die denkmalgeschützten Gebäude wie das ehemalige kaiserliche Patentamt sollen erhalten bleiben. Offen ist, was aus dem Altbau am Schiffbauerdamm 19 wird, der sich noch im Besitz der Gewerkschaft Verdi befindet. Der preisgekrönte Entwurf sah vor, das Gebäude nicht zu erhalten. Dagegen gab es jedoch Proteste. Das inzwischen sanierte Haus war 1910 bis 1912 im Neuklassizistischen Stil errichtet worden. Es steht zwar nicht unter Denkmalschutz, ist aber nach Expertenansicht „von der Qualität ein Baudenkmal“. Der nun vorgelegte Bebauungsplan-Entwurf trifft ausdrücklich „keine Festsetzung, die eine Beseitigung des Gebäudes“ vorsieht. Im Plan steht, der Eigentümer habe darüber zu entscheiden, was mit dem Haus passiert. Eigentümer könnte sehr bald die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sein. Sie verhandelt mit Verdi über einen Grundstückstausch, um die Planung umzusetzen.