So sind die Mieten in Berlin 2022 gestiegen - großer Anstieg auch in Potsdam

Das Immobilienportal Immowelt meldet einen Anstieg der Angebotsmieten für Wohnungen in vielen deutschen Großstädten. Potsdam erreicht Preisniveau von Berlin.

In Berlin sind die Angebotsmieten im vergangenen Jahr um fünf Prozent gestiegen.
In Berlin sind die Angebotsmieten im vergangenen Jahr um fünf Prozent gestiegen.Imago/Dirk Sattler

Wer im vergangenen Jahr eine Wohnung in Berlin anmieten wollte, musste dafür im Schnitt 10,90 Euro pro Quadratmeter kalt bezahlen – fünf Prozent mehr als im Jahr 2021. Das geht aus einer Analyse des Immobilienportals Immowelt zur Entwicklung der Angebotsmieten in Berlin und den anderen deutschen Großstädten hervor, die am Dienstag präsentiert wurde.

Tenor: Der Anstieg der Mieten in deutschen Großstädten hat sich im vergangenen Jahr deutlich beschleunigt. Laut Immowelt haben sich in 75 von 79 untersuchten Städten die Angebotsmieten von 2021 auf 2022 erhöht – in der Spitze sogar um 13 Prozent. Untersucht wurden die Angebotsmieten von Bestandswohnungen mit einer Größe von 40 bis 120 Quadratmeter in 79 Großstädten. Als Bestand gelten bei Immowelt alle Objekte, die zwischen 1945 und 2017 fertiggestellt wurden. Neubauwohnungen fallen nicht darunter. Untersucht wurden Angebote, die auf Immowelt.de veröffentlicht wurden.

Nachdem die Mietpreisentwicklung 2021 gebremst verlief, ist es 2022 laut Immowelt vielerorts wieder zu deutlicheren Anstiegen gekommen. So zogen die Angebotsmieten im vergangenen Jahr in 34 Städten um mindestens fünf Prozent an – 2021 war dies nur in 23 Städten der Fall. Zum einen liege das am starken Anstieg der Bauzinsen innerhalb der vergangenen zwölf Monate, heißt es in der Mitteilung von Immowelt. So könnten sich viele Menschen den Immobilienkauf nicht mehr leisten, wodurch die Nachfrage nach Mietobjekten steige. Das treibe die Mietpreise nach oben. Zum anderen habe der Zuzug von Geflüchteten aus der Ukraine für zusätzlichen Druck auf dem Mietmarkt gesorgt. Neben den steigenden Kaltmieten würden Mieter zugleich durch die wachsenden Nebenkosten immer stärker belastet.

In den ohnehin teuren Metropolen haben sich Mietwohnungen von 2021 auf 2022 laut Immowelt weiter verteuert. In München sind die Angebotsmieten im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent gestiegen und liegen aktuell im Median bei 18,70 Euro pro Quadratmeter. Vor einem Jahr zahlten Wohnungssuchende in Deutschlands teuerster Großstadt noch 18 Euro für den Quadratmeter. In Hamburg haben sich die Mieten von Bestandswohnungen innerhalb von zwölf Monaten sogar um sieben Prozent erhöht und liegen derzeit bei 12,50 Euro je Quadratmeter.

Etwas günstiger wohnen Mieter nicht nur in Berlin, sondern auch in Köln (11,90 Euro), wenngleich die Quadratmeterpreise auch dort zugelegt haben. In Köln beträgt der Zuwachs zwei Prozent. Die Anstiege in den deutschen Millionenstädten liegen laut Immowelt vor allem an der ungebrochen hohen Nachfrage auf dem Mietmarkt bei gleichzeitig begrenztem Angebot.

In Frankfurt am Main sinken die Mieten

Neben den Millionenstädten haben sich Mietwohnungen auch in anderen hochpreisigen Großstädten weiter verteuert. So sind etwa in Stuttgart die Angebotsmieten um drei Prozent gestiegen und liegen aktuell im Mittel bei 13,90 Euro pro Quadratmeter. Damit ist die Landeshauptstadt hinter München nun die zweitteuerste Großstadt Deutschlands und hat Frankfurt am Main überholt.

In der Mainmetropole sind die Mietpreise im vergangenen Jahr minimal gesunken: Nach einem Minus von einem Prozent kostet der Quadratmeter derzeit 13,50 Euro. Nachdem der Mietpreisanstieg bereits 2021 praktisch gestoppt war, ist in Frankfurt nun scheinbar die Grenze des Bezahlbaren erreicht und die Mietpreise sinken zum ersten Mal seit Jahren leicht.

In anderen hochpreisigen Städten nimmt der Mietpreisanstieg hingegen kein Ende. So verzeichnet etwa Freiburg (12,60 Euro) ein Plus von vier Prozent, während der Zuwachs in Heidelberg (12,50 Euro) sogar bei sieben Prozent liegt. In Darmstadt (12 Euro; plus vier Prozent) und Mainz (11,80 Euro; plus zwei Prozent) haben sich die Angebotsmieten ebenfalls weiter erhöht.

In Potsdam kosten Wohnungen im Schnitt 10,90 Euro je Quadratmeter

Auch in Städten, die bislang nicht zu den kostspieligsten Pflastern zählten, werden Mietwohnungen laut Immowelt immer teurer. Am stärksten fallen die prozentualen Zuwächse dabei in mehreren kleineren Großstädten aus. Am größten fällt das Plus in Lübeck aus, wo der Quadratmeter nach einem Anstieg von 13 Prozent im Mittel 9,80 Euro kostet. Dahinter folgt Potsdam mit einem Zuwachs von elf Prozent binnen eines Jahres auf 10,90 Euro pro Quadratmeter. Die Angebotsmieten in der Landeshauptstadt Brandenburgs sind damit inzwischen genauso hoch wie in Berlin.