Nanette Fleig arbeitet seit zwölf Jahren für den Betreiber-Verein des SO36. 
Foto: Benjamin Pritzkuleit

BerlinProvokation und Protest pausieren für die Dauer der Corona-Krise im SO36. Staatliche Regeln werden in Berlins bekanntestem Punkclub jetzt streng befolgt. Auf dem zerkratzten Parkett stehen 60 Klappstühle, in 1,5 Metern Abstand. Mit dem Zollstock genau abgemessen. Konzerte sind tabu, nur Vorträge und Diskussionen sind erlaubt. Es dürfen nur so viele Besucher kommen, wie es Plätze gibt. Sie sind an ihre Sitzplätze gebunden – und müssen, wenn sie aufstehen, Maske tragen.

Ein skurriler Anblick, der dem SO noch mehr widerspricht als anderen Clubs. Weil das SO aus der Punkszene erwachsen und noch immer tief mit ihr verbunden ist. Konzerte endeten hier auch schon in Straßenschlachten mit der Polizei. Und weil hier normalerweise Bands auftreten, die ihr Publikum auf engstem Raum zur totalen körperlichen Ekstase treiben. „Hexenkessel“, nennt Nanette Fleig, verantwortlich für die Pressearbeit im SO, die schnörkellose Halle liebevoll. Und: „Mein Wohnzimmer.“

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