Nachdem im vergangenen Jahr die Affäre um Döner-Werfer Kevin Großkreutz die Republik erschütterte, erlebt Berlin gerade sein ganz eigenes Döner-Gate: Ein Berliner Busfahrer wollte demnach einen 57-jährigen Mann aus dem Bus werfen, weil dieser sich auf dem Weg von Haltestelle zu Haltestelle einen fetttriefenden Döner genehmigte. Er solle wegen seines „tropfenden Lebensmittels“ draußen bleiben, habe der Fahrer gesagt.

Doch der Gourmet weigerte sich, den Bus zu verlassen, er beleidigte den BVG-Mann und versuchte angeblich, ihn zu schlagen. Schließlich alarmierte dieser die Polizei, die den renitenten Fahrgast aus dem Bus tragen musste. Soweit die Geschichte aus Sicht des Fahrers, die sich am Donnerstag in der Stadt verbreitete.

Verpackte Döner für das Abendessen

Nun meldet sich allerdings der Sohn des Döner-Grobians zu Wort – und beschreibt den Vorfall etwas anders. Das Berichtete stimme so nicht, sagt Nevzat A., der mit seinem Vater in den Bus stieg, dem Berliner Kurier. "Mein Vater und ich kauften am S-Bahnhof Wittenau drei oder vier Döner für die Familie. Fürs Abendbrot“, sagte er. Laut dem 21-Jährigen waren die Döner jedoch in Alu-Folie eingepackt und in einer Plastiktüte, als die beiden in den Bus betraten.

Der Busfahrer habe seinen Vater auch nicht freundlich gebeten, den Bus zu verlassen, sondern habe gesagt: "Iss den Döner in deiner Heimat und nicht hier im Bus." A. räumt ein, dass sich die beiden Männer daraufhin beleidigt hätten und sein Vater möglicherweise auch kurz zum Schlag ausholte. Den Ursprung des Streits sieht er aber in der fremdenfeindlichen Bemerkung des Busfahrers.

Was genau passierte, kann möglicherweise das Überwachungsvideo aus dem Bus klären. Die Polizei will diese Bilder nun untersuchen. (Sil.)