Das Soho House an der Torstraße 1 in Mitte ist gerade wegen eines Hausgastes im Gespräch: Die Sängerin Madonna, die noch ein paar Tage in der Stadt ist, hat hier mit eigenen Möbeln und Fitnessgeräten ihre Basis für einige Konzerte eingerichtet. Dass sie ihre Möbel mitbrachte, muss die Inhaber ziemlich geärgert haben, denn auch vor dem Eintreffen der Pop-Diva stand in ihrer Suite ja kein Gerümpel.

Außerdem gab es Ärger, weil die Dame sich von der Anwesenheit anderer Gäste belästigt gefühlt haben soll. Es hieß, Clubmitglieder seien mit dem Hinweis auf die Nachtruhe an einem Abend um 23 Uhr aufgefordert worden, zu gehen. Wo sich mancher in Berlin um diese Stunde doch erst ausgehfertig macht!

Höchste Zeit für den Club mit angeschlossenem Beherbergungsbetrieb (bisher sind es 40 Zimmer), sich positiv ins Gespräch zu bringen. Einen Anlass dafür gibt es: Seit diesem Monat bietet das Soho House für Gäste, die gern länger bleiben möchten, Apartments an. Man zielt damit auf die immer wieder in Berlin oder Potsdam drehenden Schauspieler und Regisseure internationaler Produktionen sowie andere Kreative, die für Projekte in die Stadt ziehen, aber nicht so lange bleiben, dass sich eine eigene Wohnung lohnen würde.

Die Schauspieler beispielsweise sind oft für zwei bis vier Monate in der Stadt und haben keine große Lust auf normale Hotels. Apartments mit Service bieten ihnen die richtige Mischung aus Bequemlichkeit und Privatsphäre. Insgesamt 20 davon mit Größen von 46 bis 184 Quadratmetern stehen neuerdings im Soho House zur Verfügung. Wer von deren Bewohnern keine Lust hat, selbst zu kochen, kann den Zimmerservice bemühen. Wer aber unbedingt eigenhändig etwas am Herd zusammenrühren möchte, dem wird auf Wunsch der Kühlschrank in seinem Apartment auch mit den notwendigen Zutaten gefüllt.

Ein normales Hotel hätte zur Verbreitung dieser Kunde eine Pressemitteilung verschickt. Und einige Hotel- und Gastronomiejournalisten bei einem Empfang dermaßen mit Champagner abgefüllt, dass sie anschließend nur noch in der Lage gewesen wären, die Pressemitteilung abzuschreiben.

Aber das Soho House ist ja anders. Also gab es Montagabend einen Cocktailempfang mit anschließendem Dinner mit prominenten Gästen wie der britischen Musikerin und Schauspielerin Marianne Faithfull („Irina Palm“), Schauspielern Kim Cattrall („Sex and the City“) und Regisseur Stephen Frears („Die Queen“), Gastronom KP Kofler, Cookies-Inhaber Heinz Gindullis und Musikern von der Gruppe Rammstein.

Zum Start gibt es in den Soho House Apartments noch bis zum heutigen Dienstag das Liberatum Berlin Kulturfestival, bei dem Kreative aus aller Welt zusammen kommen. Neben Cattrall, Faithfull und Frears gehören auch die Schauspieler James Franco (der war Montagabend noch beim Filmfest in München) und Rossy de Palma sowie Regisseur Jonas Akerlund zu den Teilnehmern, die über Kunst, Design, Literatur, Musik und Mode diskutieren.

Soho-House-Gründer Nick Jones freute sich über die ersten Gäste in den neuen Räumlichkeiten: „Berlin scheint immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt des Kreativen zu werden. Deshalb passt unsere Zusammenarbeit mit Liberatum perfekt zur Eröffnung unserer neuen Apartments in der Stadt.“ Er kündigte an: „Wir haben noch viele aufregende Ideen für den Rest des Gebäudes.“ Und dann machte er noch ein Angebot: „Wer sich später noch so ein Apartment anschauen will: Meins hat die Nummer 44. Dort geht die Party später weiter.“