Keine Abkühlung in Sicht: In Berlin und Brandenburg bleibt es auch am Donnerstag hochsommerlich heiß. Das Thermometer kann in der Region auf bis zu 35 Grad klettern, wie der Deutsche Wetterdienst auf seiner Internetseite mitteilte. Der Himmel soll dabei sonnig und wolkenfrei bleiben. In der Nacht zu Freitag rechnet der DWD mit einem Rückgang auf 15 bis 19 Grad - bevor es tagsüber mit Temperaturen bis zu 34 Grad weitergeht. Wegen der anhaltenden Trockenheit warnt der Wetterdienst vor einer hohen Wald- und Feldbrandgefahr.

Für den Donnerstag wurde in allen Landkreisen Brandenburgs bereits die höchste Waldbrandgefahrenstufe ausgerufen. 

Bei Warnstufe 5 - der höchsten Gefahrenstufe - sind Feuer im Wald und bis zu einer Entfernung von 50 Meter am Waldrand streng verboten. Wer mit einer glühenden Zigarette, dem Kohlegrill oder Gaskocher mit offenen Flamme erwischt wird, dem drohen nach dem Brandenburger Waldgesetz Geldbußen bis zu 20.000 Euro. 

Viele Campingplätze mit Grillverbot

Auch viele Campingplätze im Land verhängen nach Angaben des Verbandes der Campingwirtschaft Brandenburg bei der hohen Waldbrandgefahr Grillverbote. Auf dem Natur-Campingplatz „am See“ in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) etwa dürfen Fleisch und Kartoffel nur auf dem Elektrogrill brutzeln, erklärte Betreiber Thomas Rähm. „Bei uns steht das Verbot auf der Tafel am Eingang.“ Abends gäbe es Kontrollrundgänge.

Auch auf dem „Waldcamp Seeblick“ von Betreiberin Doris Titus in Hohenbrück im Spreewald (Dahme-Spreewald) wird darauf geachtet, dass keine offenen Feuer brennen. „Grillen ist bei der hohen Waldbrandgefahr verboten“, sagte Titus. Es gebe aber fast keine Ermahnungen. „Unsere Gäste wissen gut Bescheid.“ Hier ist noch der Gasgrill erlaubt.  

In 30 Jahren könnte eine solche Hitze normal sein

Nach Einschätzung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) könnte ein Sommer der jetzige in rund 30 Jahren ein ganz normaler Durchschnittssommer sein. „In Deutschland hat die Temperatur seit der industriellen Revolution im Durchschnitt schon 1,4 Grad zugenommen“, sagte PIK-Klimafolgenforscher Fred Hattermann. Wegen der höheren Grundtemperatur seien Hitzephasen noch extremer.

„Wir befinden uns bereits mitten im Klimawandel“, sagte Hattermann. Der Temperaturanstieg führe dazu, dass bestimmte Getreidepflanzen nicht mehr angebaut werden könnten. Daneben seien Extremereignisse wie Brände und Hochwasser als Folge des Klimawandels zu beobachten. „Das mögliche Ausmaß dieser Extremereignisse ist für uns noch nicht vollständig absehbar“, warnte Hattermann.  (BLZ/dpa)