Der Landwehrkanal an Pfingsten.
Foto:  Berliner Zeitung/Markus Wächter

BerlinDie Bilder vom Pfingstwochenende sind noch frisch in Erinnerung. Menschen auf den Wiesen in den Parks in Feierstimmung. Am Schlachtensee tummeln sich die Leute im Wasser, und der Parkwächter hat es schwer, wenn er an das Einhalten von Abstandsregeln erinnert. Er hat viel zu tun. So ist es an sonnigen Tagen, wenn alle frei haben in Berlin.

So wird also der Sommer. Und zwar schon bald. In 14 Tagen beginnen in Berlin die Ferien. Wir sind überglücklich, dass wir überhaupt raus dürfen in den Park, auf die Straße, in den Urlaub. Aber wohin nur? Überall, wo man hin könnte, ist schon wer. Abstandsregeln einhalten? Würde man ja gern. Aber man vergisst es dann auch am Badesee. Denn man sucht ja nicht nur nach Sonne an den freien Tagen, sondern auch nach Entspannung und Freiheit.

Dieser Sommer mit Corona wird nicht nur in Berlin eigenartig werden, sondern auch an allen Orten, an die man in den Urlaub fahren könnte. An den Stränden der Ost- und der Nordsee war es  Pfingsten jedenfalls gefühlt schon zu voll, obwohl viel weniger Menschen da waren als in anderen Jahren. Zu viele Menschen auf der Promenade und in den Eiscafés. Die Plätze für Wohnmobile alle besetzt. Wer zu spät kommt, muss in die Heide ausweichen. Rechtsgehgebot auf dem Deich. Essengehen nur nach vorheriger Anmeldung.

Immerhin, die Reisebeschränkungen in Europa fallen. Aber viele schrecken vor Einreisebestimmungen und Corona-Regeln im Ausland zurück. Auch Sie wollen möglicherweise verreisen oder wenigstens rausgehen in den Park oder an den Badesee. Die bewährte deutsche Handtuchtechnik ist zu erwarten: einparken, ausrollen, besetzen. Wie soll man den wenigen Platz gerecht verteilen? Wer einen Garten hat, darf nicht in den Park? Eintritt nur nach Meldeliste? Aufenthaltsdauer abhängig von Lebensalter oder Bedürftigkeit? Klingt alles schräg. Dieser Sommer wird bizarr und vielleicht gerade deshalb ein unvergessliches Erlebnis werden.