Berlin - Das Anbaden zur Sommersaison überlassen die Berliner Bäderbetriebe (BBB) eigentlich ihren Kunden – am Freitag war es ausnahmsweise ein Politiker, der sich mutig ins (noch kalte) Wasser schmiss: Carsten Engelmann, seines Zeichens Stadtrat für Bürgerdienste in Charlottenburg-Wilmersdorf, wagte einen Kopfsprung ins neue Edelstahlbecken des Sommerbades Wilmersdorf. Früher habe er Wasserball gespielt und Schwimmen trainiert, erklärte Engelmann sein Engagement, das bei den Vorständen der Bäderbetriebe durchaus für anerkennende Blicke sorge. Die Wassertemperatur betrug schließlich nur 17 Grad.

Bis die Kunden dort schwimmen können, dürfte das Wasser etwas wärmer sein: Das Bad an der Forckenbeckstraße, das wie das benachbarte Eisstadion in den 1950er-Jahren auf einem Trümmerberg errichtet wurde, öffnet erst in einer Woche. Damit gehört es zu den sechs Sommer- und Freibädern, die dieses Jahr früher als zum offiziellen Start in die Sommersaison öffnen. Die beginnt dann am 1. Mai. Nach und nach öffnen dann auch die anderen Bäder, den Abschluss macht am 10. Juni das Freibad Tegel.

Stabile Eintrittspreise

Die Spuren, die der Winter in diesem Jahr in den Schwimmbecken hinterlassen hat, waren weniger stark als befürchtet. Aber es gab sie – zum Beispiel im Sommerbad des Kombibades Spandau-Süd. Da die Reparaturen noch andauern, könne das Bad erst am 12. Mai öffnen. „Das Problem im Winter ist immer das Gleiche“, sagt BBB-Vorstand Klaus Lipinsky, „wir müssen das Frostende abwarten, bevor wir das Wasser aus den Becken lassen können.“ Erst dann werde sichtbar, welchen Schaden die Fliesen genommen haben. „Dann müssen wir schnell Fliesenleger finden, die das reparieren“, sagt er. Um all das zu vermeiden, seien die BBB dazu übergegangen, beim Bau neuer Becken auf Edelstahl zurückzugreifen. „Die Investition ist zwar höher, rentiert sich aber, weil wir später Reparaturkosten sparen.“ Im Kombibad Seestraße sei so ein Edelstahlbecken gebaut worden, nun also auch im Kombibad Wilmersdorf. Kosten: 1,7 Millionen Euro.

Trotz der hohen Investitionen in Berlins Bäder bleiben die Eintrittspreise auch in diesem Jahr stabil – wie schon in den vergangenen neun Jahren auch. Nicht ohne Stolz verweisen die BBB auf diese Preisstabilität, im selben Zeitraum seien die Preise für Fernwärme und Strom, Gas und Wasser deutlich angestiegen.

Änderungen beim Preisgefüge soll es aber trotzdem geben, langfristig jedenfalls. Bereits seit Herbst erfassen die Bäderbetriebe in den Schwimmhallen, wie lange die Badegäste tatsächlich bleiben, das soll nun auch in den Frei- und Sommerbädern erfasst werden. „Im Herbst werten wir aus“, sagt Lipinsky. Auf dieser Grundlage solle dann ein neues, gerechteres Preissystem erarbeitet werden. Derzeit gelten die Tickets fast überall ohne Zeitbegrenzung.