Berlin - Es wird heiß am Sonnabend, 35 bis 37 Grad. Was liegt näher, als an diesem letzten Ferienwochenende ins Freibad zu gehen. Doch wer das vorhat, muss sich auf lange Schlangen vor den Kassen einstellen. Die 28 Bäder haben zu wenig Personal und wollen für dieses Wochenende aufstocken. Doch das allein wird nicht reichen.

Angesichts der zu erwartenden Besuchermassen am Samstag ist selbst den Berliner Bäderbetrieben nicht ganz wohl. Um das Personal in den Freibädern zu unterstützen, sollen zwei Hallenbäder, in Lankwitz und im Märkischen Viertel, kürzer als üblich öffnen. „So gewinnen wir zwei bis drei Dutzend Leute für unsere Freibäder“, bestätigte Matthias Oloew, Sprecher der Berliner Bäderbetriebe.

Die Personalaufstockung ist eine Reaktion auf das vergangene ebenfalls sehr sommerliche Wochenende. Da hatte es wegen zum Teil langer Wartezeiten in brütender Hitze an einigen Bädern Tumulte gegeben. Neben dem sowieso eingesetzten Sicherheitspersonal wurde mancherorts die Polizei geholt, um die Gemüter zu beruhigen. Am Insulaner und am Strandbad Wannsee wurden nach Absprache mit den Ordnungshütern für einige Zeit die Drehkreuze geöffnet. An anderen Orten gingen viele nach langem vergeblichen Warten genervt nach Hause.

„Vorigen Sonntag hatten wir eine absolute Ausnahmesituation, die es nur alle paar Jahre so gibt. Am Sonnabend war es voll, aber noch okay. Am Sonntag hat’s vormittags geregnet. Als es gegen Mittag aufhörte, sind alle losgerannt ins Bad“ sagt Bäder-Sprecher Oloew. „Das hat dann zu langen Wartezeiten geführt.“

80 unterschiedliche Tarife

Tatsächlich jedoch ist auch mit der kurzfristigen Personalaufstockung nicht ausgemacht, dass sich solche Szenen nicht wiederholen.

Grund für die Wartezeiten am Eingang ist nämlich das komplizierte Kassensystem. Nach Worten von Oloew haben die Bäderbetriebe mittlerweile 80 unterschiedliche Tarife. So gibt es allein mehrere Nulltarife, sei es für Ferienpass-Inhaber, sei es für sonstige Berechtigte. „Wir müssen jeden einzelnen prüfen und im Computer registrieren“, so Oloew.

Und als sei dieser Tarifdschungel nicht schon dicht genug, kommt die bauliche Situation hinzu. An vielen Bädern wie etwa in Pankow, Am Insulaner oder auch in Kreuzberg (Prinzenbad) gibt es nur zwei Kassenplätze. „Das reicht fast immer auch völlig aus“, sagt Oloew. Mehr Kassen zu bauen für solche Super-Sommertage lohne sich nicht. Vorschläge, das zusätzliche Personal in den Warteschlangen direkt Tickets verkaufen zu lassen, lehnt er ebenfalls ab. „Da jemand mit einem Portemonnaie mit vielleicht mehreren Hundert Euro langlaufen zu lassen, ist zu gefährlich.“

Seine Tipps: möglichst früh erscheinen. Morgens geht es an den Eingängen meistens schnell, weil es noch recht leer ist. Praktisch seien auch Mehrfachkarten, bei denen nur einer an die Kasse zum Bezahlen müsse, aber bis zu elf Besucher hineinkämen.

Wer keine Schlangen riskieren will, der kann ja auch einfach bis zum Sonntag warten. Dann soll es zwar warm, aber eher regnerisch werden. Gute Chancen für kurze Wartezeiten an den Kassen.