Die Kuppel und die Dachterrasse des Reichstags in Berlin sind wegen der Hitze bis Samstagabend gesperrt worden. Mehrere Menschen hätten dort am Samstag Kreislaufprobleme bekommen, sagte ein Bundestagssprecher. Daher sei am Nachmittag beschlossen worden, zunächst bis 20.00 Uhr keine Besucher mehr hineinzulassen. Das Restaurant auf dem Reichstagsgebäude bleibe allerdings offen. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Auch die S-Bahn kämpft mit den hohen Temperaturen

Hoch „Annelie“ hat mit Saharaluft in Berlin für annähernd rekordverdächtige Hitze gesorgt. Bis zum Nachmittag lag die höchste gemessene Temperatur am Samstag nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bei 36,9 Grad. Am Rekordtag im Juli 1959 waren es 38,1 Grad gewesen. Der Höchstwert könnte am Sonntag eingestellt werden: Der DWD erwartet bis zu 38 Grad. Ein Feuerwehrsprecher berichtete von erhöhten Notfallzahlen. Eine S-Bahn überhitzte und musste aus dem Verkehr gezogen werden.

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Manche Berliner liefen knapp bekleidet durch die Straßen und genossen die Sonne, andere suchten Schutz im Schatten. Viele zog es ans Wasser. Am Strandbad Wannsee war kaum noch ein Platz frei, vor den Freibädern bildeten sich lange Schlangen. Auch öffentliche Brunnen waren beliebt.

Kühlender Flashmob mit Wasserbomben im Lustgarten

Einige Berliner kühlten sich bei einem Flashmob im Lustgarten in Berlin-Mitte ab. Über Facebook riefen die Veranstalter dazu auf, mit Spritzpistolen, Flaschen, Wasserbomben und Kübeln in den Lustgarten vor dem Berliner Dom zu kommen. Diesem Aufruf folgten etwa 50 bis 60 Menschen und die Wasserschlacht konnte beginnen.

Warnung vor hohen Ozonkonzentrationen

Die Berliner Umweltverwaltung warnte am Samstag wie am Freitag vor hohen Ozonkonzentrationen. Berliner und Besucher seien gebeten, möglichst auf das Autofahren zu verzichten. Ein Picknick im Grünen oder ein Besuch im Schwimmbad wären allerdings unbedenklich.

Bundesweit fielen in mehreren Zügen Klimaanlagen aus

Ein Zug der Ringbahnlinie S41 konnte am Nachmittag nicht mehr weiterfahren. Der Lokführer stellte Bremsprobleme fest, die offenbar hitzebedingt waren. „Der Zug muss abkühlen“, sagte ein Bahn-Sprecher. Weil bundesweit in mehreren Zügen erneut Klimaanlagen ausgefallen waren, stellte die Deutsche Bahn für die besonders betroffene strecke Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereit.

Trotz möglicher Gewitter in der Nacht zum Sonntag soll es nicht bedeutend abkühlen. DWD-Meteorologin Angela Berger sprach von einer „tropischen Nacht“ bei mehr als 20 Grad. Am Sonntag werde es tagsüber wieder sonnig, abends komme dann eine Gewitterfront. Auch Unwetter mit Starkregen und Hagel seien möglich. Am Montag könne es allerdings wieder Höchsttemperaturen von bis zu 30 Grad geben. (BLZ/dpa)