Berlin-Charlottenburg - Die letzten Worte, die der 34 Jahre alte Pilot Sekunden vor seinem Tod im Stößensee sprach, vermitteln die Dramatik: „Ruhig, ruhig, ruhig“, sagte Boris Kapustin zu sich selbst und an seinen Co-Piloten Jurij Janow gerichtet, während seine Maschine aus dunstigem Himmel Richtung Boden raste. Als er unter dem Wolkenschleier die Häuser von Charlottenburg sah, rief er voller Verzweiflung: „Wohin, Jurij?“ Es gab keinen Platz, um das Düsenflugzeug zu Boden gehen zu lassen, ohne viele, sehr viele andere Menschen in Lebensgefahr zu bringen. Noch hätten sich beide mit dem Schleudersitz aus dem Jet katapultieren können. Kapustin aber hielt die Hände bis zum Ende am Steuer.

Wir wissen das, weil alliierte Funkbeobachter in West-Berlin die Funksprüche sämtlicher sowjetischer Flugzeuge belauschten, also auch die letzten Wortwechsel zwischen der Jet-Besatzung und der sowjetischen Bodenleitstelle in der DDR.

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