Das sowjetische Ehrenmal an der Straße des 17. Juni wird restauriert, damit es bald wieder gut aussieht. Denn im Mai 2015 wird in Berlin der 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges gefeiert. Deshalb rückt jetzt im Tiergarten eine Fachfirma für Wehrtechnik an. Sie wird die beiden Panzer und die beiden Kanonen instand setzen, die zu der Denkmalanlage gehören. „Es ist unsere Aufgabe und die der Bundesrepublik, die sowjetischen Ehrenmale dauerhaft zu erhalten. Dazu haben wir uns verpflichtet“, sagt Daniela Augenstein, die Sprecherin von Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Schon seit Anfang Oktober laufen die Instandsetzungsarbeiten, die insgesamt etwa 200.000 Euro kosten werden.

Die beiden Panzer vom Typ T 34 stehen am Eingang des Monuments und flankieren die große Bronzeskulptur eines Rotarmisten auf einem Sockel. Die Panzer waren die ersten, die 1945 beim Vormarsch gegen die Nazis Berlin erreichten. Auch die beiden Kanonen auf der Treppenanlage dahinter haben eine historische Bedeutung: Aus den Geschützen wurden die Salven gefeuert, die das Ende der „Schlacht um Berlin“ verkündeten.

Die Restauratoren werden nun von Panzern und Geschützen die alten Farbschichten mit Sandstrahlgeräten entfernen. Zugleich werden Korrosionsschäden beseitigt. Auch die jährlich Hunderttausenden Besucher haben das Militärgerät erheblich in Mitleidenschaft gezogen, auch diese Schäden werden behoben, damit das Denkmal wieder ansehnlich wird. Auch undichte Stellen in der Metallhülle werden geschlossen, um künftig das Eindringen von Wasser und Ungeziefern zu verhindern. Wie Augenstein sagt, erhalten Panzer und Kanonen eine neue Lackierung, die sich nach dem historischen Befund richtet. Dazu wurden alte Farbproben untersucht, sie dienen nun als Vorlage.

Goldene Buchstaben

Auch am Hauptmonument sind Arbeiten vorgesehen. So werden die Schriftzeichen an den sechs Pfeilern des Sockelbaus neu vergoldet, weil zu großen Teilen die Namen gefallener sowjetischer Soldaten nicht mehr lesbar sind. Insgesamt sind 5500 in den Naturstein eingelassene Buchstaben zu restaurieren, dazu weitere 243 gegossene Buchstaben. „Die Blattgoldarbeiten sind sehr aufwendig“, sagt Daniela Augenstein. Bis Mitte Dezember sollen die Panzer sowie die Geschütze neu lackiert sein. Etwas länger dauert die Vergoldung der Schrift – etwa bis Mitte April 2015.

Zum dauerhaften Erhalt und der Pflege der drei sowjetischen Ehrenmale in Berlin hatte sich die Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung verpflichtet. So wurde es bei den Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen sowie im Deutsch-Sowjetischen Nachbarschaftsvertrag vom 9. November 1990 festgelegt. Die Denkmäler in Berlin sind zugleich Friedhöfe und letzte Ruhestätte für mehr als 22.000 sowjetische Soldaten und Offiziere, die im Kampf um Berlin gefallen sind. Die Pflege und Instandhaltung in Berlin hat der Senat übernommen.

Schon Mitte der 1990er-Jahre wurde das Denkmal in Tiergarten umfangreich saniert. Damals musste die Bronzeskulptur des Rotarmisten vom Sockel geholt werden, weil sie darauf nicht mehr sicher verankert werden konnte. Gehwege und Treppen wurden repariert und Parkanlagen neu gestaltet.

Auch zwei Wasserbrunnen wurden damals wiederhergestellt – die Fontänen sollen die „Tränen Russlands“ um ihre Gefallenen versinnbildlichen.