Sozialbericht 2017: Jeder sechste Berliner ist von Armut bedroht

Rund jeder Sechste in Berlin ist statistisch betrachtet von Armut bedroht. Der Anteil der armutsgefährdeten Bevölkerung stieg in den vergangenen Jahren leicht an - auf nun 16,6 Prozent. Das geht aus dem Regionalen Sozialbericht 2017 hervor, den das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Mittwoch vorgestellt hat.

Besonders groß ist das Risiko demnach etwa bei Langzeitarbeitslosen, Alleinerziehenden und Kindern. Die bisherigen Maßnahmen - vor allem des Bundes - zur Bekämpfung von Kinderarmut seien unwirksam, kommentierte Susanne Gerull von der Landesarmutskonferenz. In Berlin gilt man als armutsgefährdet, wenn man monatlich weniger als 923 Euro verdient - und als arm bei weniger als 769 Euro.

Jedes fünfte Kind in Brandenburg von Armut bedroht

In Brandenburg ist weiterhin mehr als jeder achte Einwohner von Armut bedroht. Die statistische Quote lag vergangenes Jahr wie 2015 bei 13,4 Prozent, so das Landesamt für Statistik. Das Armutsrisiko sei somit in Brandenburg seit mehr als zehn Jahren weitgehend unverändert.

Besonders betroffen sind Alleinerziehende mit Kindern, die mit einem Armutsrisiko von 40,9 Prozent leben müssen. Auch fast jedes fünfte Kind (17,9 Prozent) ist von Armut bedroht, während Bürger im Rentenalter von mehr als 65 Jahren nur ein Armutsrisiko von knapp 9 Prozent haben. (dpa)