Die Spätzle-Attacke auf ein Denkmal im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ruft jetzt Freunde des Käthe-Kollwitz-Museums auf den Plan. Der Verein habe nach dem Anschlag auf die Kollwitz-Statue einen Protestbrief an den Pankower Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) geschickt, sagte Vizevorsitzende Gudrun Fritsch am Montag.

Der öffentlichkeitswirksame Jux mit Lebensmitteln sei eine geschmackliche Entgleisung. „Die lokalen Dissonanzen zwischen Schwaben und alteingesessenen Berlinern ist eine kleinkarierte Haustürfehde“, heißt es in einem Empörungsschreiben des Vereins.

Unbekannte hatten das Denkmal in der vergangenen Woche mit der schwäbischen Spezialität, den Spätzle, beworfen. Auslöser der Schwaben-Debatte aber war Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) mit seiner Bemerkung, die Schwaben sollten sich besser anpassen und lernen, dass es in Berlin „Schrippen“ und nicht „Weckle“ heiße.

Anwohner hatten dem Kollwitz-Denkmal am Wochenende eine goldene Krone aufgesetzt und Blumen aufgestellt. „Die Rosen sollen ein Zeichen sein, dass hier nicht nur Spätzleesser und -werfer wohnen, sondern auch Anwohner, die wissen, wofür Käthe Kollwitz steht“, stand auf einer Karte. Die Grafikerin und Bildhauerin Kollwitz war von den Nationalsozialisten verfolgt worden. (dpa)