Ein mysteriöses Verbrechen beschäftigt seit Sonntag die Polizei. Jahrzehnte lang lebte Dragan K. (63) unbescholten in Berlin. In der Nacht zu Sonntag wurde er in Spandau getötet. Um 23.45 Uhr wurden die Anwohner des Hauskavelweg im Ortsteil Falkenhagener Feld aufgeweckt.

„Es waren extrem lange und extrem laute Schreie“, schildert ein Nachbar. Anwohner rannten aus ihren Häusern und sahen auf der Straße einen Mann in einer Blutlache liegen. Dragan K. lag direkt vor seinem Haus.

Opfer eines Tötungsdelikts

Die Nachbarn ersuchten Erste Hilfe zu leisten und riefen die Feuerwehr. „Die Rettungskräfte fanden den Mann noch lebend vor“, sagt ein Polizeisprecher. Später mussten sie ihn reanimieren, doch die Versuche schlugen fehl. Der Mann erlag seinen schweren Verletzungen.

Der 63-Jährige hatte viel Blut verloren. Die 7. Mordkommission übernahm die Ermittlungen. Zur Todesursache will sich die Polizei bislang nicht äußern – „aus ermittlungstaktischen Gründen“. Die Mordermittler ließen am Nachmittag lediglich verlauten: „Nach einer heute durchgeführten Obduktion des Mannes steht fest, dass er Opfer eines Tötungsdelikts wurde.“

Fassungslose Mitarbeiter

Die Hintergründe der Bluttat sind offenbar noch völlig unklar. Dragan K., der aus dem früheren Jugoslawien stammt, lebte seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland. Er und seine Frau engagierten sich in der evangelischen Kirchengemeinde. In Spandau betrieb er ein jugoslawisches Restaurant.

„Wir sind völlig fassungslos und haben keine Erklärung dafür, was der Grund für dieses Verbrechen war“, sagten geschockte Mitarbeiter. An die Gartentür seines Hauses haben Nachbarn inzwischen Blumen gesteckt.