Böse Überraschung für viele Lkw- und Busfahrer: Die Freybrücke in Spandau ist überraschend am Montag für alle schweren Fahrzeuge gesperrt worden. Betroffen sind Lastwagen, aber auch viele Busse – aus Gründen der Standsicherheit, wie es hieß. „Die alte Brückenkonstruktion wird aufgrund des Bauwerkszustandes ständig überwacht. Hierbei sind aktuell Setzungen an der stark geschädigten Altkonstruktion erkennbar geworden“, teilte der Senat am Abend mit. Ein Prüfingenieur werde das Bauwerk untersuchen. Wie lange die Einschränkung dauert, sei nicht absehbar.

„Schon am Nachmittag gab es Hinweise, dass die Freybrücke für schwere Fahrzeuge gesperrt werden soll. Gegen 19 Uhr war es dann so weit“, sagte ein Mitarbeiter der BVG-Leitstelle. Doppeldecker- und Gelenkbusse dürften die Brücke nicht mehr passieren. „Wir halten den Verkehr mit Zwölf-Meter-Fahrzeugen aufrecht“, hieß es. Betroffen sind die Linien X 34, X 49 und M 49.

Die Freybrücke gilt schon länger als Problemfall. Sie ist eine von sieben Überführungen in Berlin, die nach regelmäßigen Überprüfungen die schlechtesten Zustandsnoten bekommen haben. Die Benotungen schwanken zwischen 3,5 und 4,0, was „ungenügender Zustand“ heißt.

Das Bauwerk, das täglich von rund 60 000 Fahrzeugen genutzt wird, stammt von 1908/09. Nach dem Krieg wurde es wieder hergestellt. Inzwischen wurden schwere Schäden festgestellt. Darum wird die Brücke bis 2015 neu gebaut. Im Mai wurde der Beginn der Arbeiten gefeiert. Wenn die geplante Behelfsbrücke im Sommer steht, beginnt der Abriss der alten Brücke.