Berlin - Im Kampf gegen die Rocker-Kriminalität wirken Verbote einzelner Clubs nach Auffassung des Berliner SPD-Abgeordneten Tom Schreiber nur begrenzt. So waren auch nach dem Verbot des Vereins Hells Angels MC Berlin City im Jahr 2012 frühere Mitglieder kriminell aktiv. Das geht aus der Antwort der Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage Schreibers hervor.

Verbote seien nur dann nachhaltig wirksam, wenn vorher die Strukturen, Personengeflechte und Vermögen bekannt seien, sagte Schreiber der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Aus der Antwort der Innenverwaltung geht hervor, dass die Ermittler nicht wussten, wie viel Clubvermögen die Hells Angels MC Berlin City besessen hatten.

Mindestens sieben der wegen des Rockermordes vom Januar angeklagten Männer waren Mitglieder des verbotenen Clubs. Sie sollen beteiligt gewesen sein, als am 10. Januar der 26-jährige Ex-Rocker Tahir Ö. in einem Wettspielcafé in Wedding erschossen wurde.

Hells Angels MC Berlin City war im Mai 2012 verboten worden. Damals seien 43 Mitglieder namentlich bekannt gewesen, hieß es in der Antwort der Innenverwaltung. Einige hätten sich nach dem Verbot in vier neuen Clubs organisiert, die aber alle im vergangenen März aufgelöst worden seien. (dpa/bb)