Birgit Monteiro ist eine Politikerin, die für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus bisher als arbeitsmarktpolitische Sprecherin anerkannt gute Arbeit macht, aber doch eher im Hintergrund wirkt. Etwas überraschend steht sie nun in der ersten Reihe. Ihr Kreisvorstand im Bezirk Lichtenberg hat sie am Montagabend für den Posten der Bürgermeisterin nominiert. „Ich freue mich über das Vertrauen. Das ist eine riesige Aufgabe. Ich bin froh, dass man sie mir zutraut“, sagt die 45-Jährige.

Respekt vor dem Amt hat sie. Zumal sie die Nachfolge des bisherigen Rathauschefs Andreas Geisel (SPD) antreten soll, der in der kommenden Woche in den Senat wechselt und unter dem designierten Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) Stadtentwicklungssenator wird.

Birgit Monteiro sieht sich als Pragmatikerin, als Macherin. Sie habe ihre Stärke darin, Ideen umzusetzen, sagt sie. Monteiro wurde 1969 in Strausberg geboren. Einer Berufsausbildung mit Abitur zur Landmaschinen- und Traktorenschlosserin bis 1989 folgte zwei Jahre später ein Studium der Geschichte und Germanistik an der Humboldt-Universität sowie ein Zusatzstudium „Deutsch als Fremdsprache“. 2008 legte sie berufsbegleitend den Master of Arts in Sozialmanagement ab. Seit vier Jahren hat sie zusätzlich einen 30-Stunden-Job – als Geschäftsführerin des bundesweiten Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit, dem Dachverband der Nachbarschaftshäuser.

Das ist für sie auch der Grund, dass sie im Abgeordnetenhaus, in das sie 2006 gewählt wurde, eher als still und unauffällig wahrgenommen wird – ganz anders als ihr Vorgänger Andreas Geisel. Birgit Monteiro sieht ihn als ein Vorbild für öffentlichkeitswirksame Präsentation. Aber inhaltlich sind keine Unterschiede erkennbar. Das Bündnis für soziale Mieten will sie fortsetzen, weiter daran arbeiten, dass Lichtenberg ein kinder- und familienfreundlicher Bezirk ist. Unter dem Motto „Licht an im Hubertusbad“ setzt sie sich für die Sanierung des Stadtbades ein.

Doch um tatsächlich gewählt zu werden, muss Birgit Monteiro erst die Kooperation mit CDU und Grünen im Bezirk wiederbeleben. Nur so kann die Linkspartei wie bei Geisels Wahl 2011 überstimmt werden. Denn auch die Linke erhebt Anspruch auf den Rathausstuhl: Sie hat Vize-Bürgermeister Andreas Prüfer nominiert und den anderen Parteien Gespräche angeboten. Am 20. Dezember soll Birgit Monteiro von der SPD-Kreisdelegiertenversammlung offiziell nominiert werden. Im Januar könnte dann ihre Wahl im Bezirksparlament erfolgen.