Bars und Kneipen dürfen jetzt auch nach 23 Uhr geöffnet bleiben.
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BerlinBisher mussten die Gäste in Berliner Restaurants und Kneipen mit Einschränkungen leben: Die gastronomischen Einrichtungen der Stadt durften nur bis 23 Uhr öffnen. Nun wird auch diese Corona-Regel gekippt, die Sperrstunde entfällt. Ab Mittwoch dürfen die Lokale wieder bis in die Nacht geöffnet bleiben.

Der Gastronom Antonio Bragato - er betreibt seit 30 Jahren das Restaurant „Il Calice“ am Walter-Benjamin-Platz - hatte gegen die Sperrstunde geklagt. Vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) gab der Senat eine entsprechende Erklärung ab, griff dem Urteil damit vor. Gängige Hygiene- und Abstandsregelungen sollen aber voraussichtlich weiterhin gelten.

Der Wegfall der Sperrstunde lässt die Wirte jubeln. „Ich bin glücklich, dass wir wieder frei entscheiden können, wie lange wir öffnen“, sagt etwa Norbert Raeder, Chef des „Kastanienwäldchen“ in der Residenzstraße, der Berliner Zeitung. „Die Gäste freuen sich, dass sie endlich länger hier sein können, denn die Lokale der Stadt sind auch soziale Treffpunkte. Für die Mitarbeiter bedeutet es, dass sie vielleicht auch ein paar Euro mehr Trinkgeld verdienen können.“ Nur eins verstehe er nicht: „Dass der Senat erst reagiert, wenn die Dinge vor Gericht gehen. Es kann nicht sein, dass die Kneipenwirte der Stadt erst mal so lange kämpfen mussten, damit sie öffnen dürfen.“

Monique M. betreibt die Kneipe „Attenzione“ in der Oderbruchstraße.
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Auch Monique M., die in der Oderbruchstraße die Kneipe „Attenzione“ betreibt, freut sich vor allem für die Besucher. „Es war in den letzten Tagen ein Kampf, unsere Gäste um 23 Uhr aus dem Laden zu bekommen. Viele sitzen gern länger, trinken noch ein Bierchen oder schwatzen. Sie sind ja glücklich, dass sie wieder in die Kneipe kommen können“, sagt die Wirtin. „Berlin braucht Kneipen, weil sie auch in der Nacht wichtige Rückzugsorte sind.“ Die Sache hat aber einen Haken: „Wir suchen derzeit nach Personal, um die Schichten wieder stemmen zu können. Viele Gastronomen haben wegen der Krise ihre Mitarbeiter entlassen müssen - und die haben oftmals schon einen neuen Job gefunden. Vor dieser großen Herausforderung steht unsere Branche jetzt.“

Aufatmen auch im Restaurant Horváth am Paul-Lincke-Ufer: „Dass die Sperrstunde fällt, finden wir super. Wir werden das auch in Anspruch nehmen. Es nimmt auf jeden Fall den Druck raus, die Gäste um 23 Uhr hinausbitten zu müssen“, sagt Jeannine Kessler, Geschäftsführerin des Restaurants, das sie mit ihrem Mann, dem Sternekoch Sebastian Frank, betreibt. „Unser Erlebnis- und Menüessen können unsere Gäste noch besser genießen, weil sie nicht mehr die Zeit im Nacken haben. Wir werden dennoch wahrscheinlich weiterhin feste Reservierungsslots vergeben, aber hinten raus ist man jetzt freier in der Gestaltung.“