Es war nicht schön im Berufsverkehr, nachdem am Donnerstag die Salvador-Allende-Brücke wegen Einsturzgefahr Knall auf Fall gesperrt worden war. Die Nerven der Autofahrer waren am Freitagmorgen angespannter als sonst, es staute sich vor allem auf dem Müggelheimer Damm in Richtung Innenstadt. Etliche versuchten, sich durch die engen Altstadt-Straßen zu quetschen, um die Dammbrücke zu nutzen.

In der Senatsverwaltung für Verkehr zeigte man sich dennoch erleichtert, weil sich im Norden der Müggelspree keine Staus bildeten. Die Autofahrer hätten sich ihre Wege gesucht, man habe Schlimmeres befürchtet. Die Umleitung sei provisorisch beschildert, bis Dienstag sollen präzisere Wegweiser aufgestellt werden, sagte Verwaltungssprecher Derk Ehlert: „Bis die Ampelschaltungen so umgestellt sind, dass die Umleitungsstrecke Vorrang hat, wird es etwa 14 Tage dauern.“

Im Prinzip gibt es nur einen Weg, die gesperrte Brücke zu umgehen, weil die Verwaltung vom Weg durch die Altstadt abrät: vom Müggelheimer Damm an der Altstadt vorbei über die Lange Brücke, weiter über Oberspree- und Spindlersfelder Straße über die Wilhelm-Spindler-Brücke auf die Straße An der Wuhlheide, weiter zur Linden- und Bahnhofstraße zur Friedrichshagener Straße. In der Gegenrichtung fährt man entsprechend umgekehrt.

Bitten des Bezirks, die defekte Salvador-Allende-Brücke für Rettungswagen freizuhalten, die ins DRK-Krankenhaus Köpenick fahren wollen, werden wegen des schlechten Zustand des Bauwerks nicht erfüllt. Ehlert: „Der Brücke wäre es egal, welche Art von Fahrzeug drüberfährt.“

Zu den Folgen für die BVG sagte Sprecher Markus Falkner: „Die Rückmeldung aus der Leitstelle war am Morgen, dass es noch besser lief als erwartet. Einsatzplanung, Leitstelle und Fahrgastinformation und die Einsatzplanung hatten alles Notwendige binnen Stunden vorbereitet und umgesetzt.“ Zwar habe es beim 269er-Bus Verspätungen von bis zu zehn Minuten gegeben, aber das sei zu erwarten gewesen.

Sperrung wird etwa zehn Monate dauern

Der 269er fährt die Umleitung über Lindenstraße, Alt-Köpenick, Müggelheimer Straße und Salvador-Allende-Straße zum Müggelschlößchenweg. Die Busse der Linie X69 fahren ab der Friedrichshagener Straße über die Bellevuestraße und zurück über Seelenbinder- und Bahnhofstraße.

Die Linie 169 wurde aufgeteilt. Teil eins fährt vom U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz zur Bellevuestraße und zurück über Friedrichshagener Straße und Bahnhofstraße. Teil zwei verkehrt zwischen Odernheimer Straße und Müggelschlößchenweg. Die N67-Nachtbusse machen von der Bahnhofstraße einen Schlenker über die Spree durch die Altstadt zum Schloßplatz und zurück. Das ist neu und gilt seit Freitag.

Rund zehn Monate dürften Sperrung und Umleitung bestehen. Dann soll die erste der beiden Fahrbahnen der neuen Salvador-Allende-Brücke fertig sein.