Berlin - Die Berliner Handwerker werden es künftig deutlich einfacher haben, in der Innenstadt zu parken. Der Senat will für sie einen Handwerkerparkausweis einführen. Darauf hat sich jetzt die rot-schwarze Koalition mit der Handwerkskammer sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) geeinigt.

Mit dem neuen Ausweis soll es Handwerkern möglich sein, in Gebieten mit Parkraumbewirtschaftung zu parken, ohne ständig Geld in die Automaten stecken zu müssen. Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) bezeichnet den Ausweis deshalb als einen „aktiven Beitrag zur Wirtschaftsförderung“. Schon nach der Sommerpause, voraussichtlich im August oder im September, soll der neue Handwerkerparkausweis eingeführt werden.

Einige tausend mittelständige Unternehmen profitieren

Profitieren werden davon einige tausend mittelständige Unternehmen. Denn die neue Parkkarte wird es für Handwerksbetriebe geben, die auf ein Transportfahrzeug oder einen Werkstattwagen angewiesen sind. Dazu zählen etwa Fliesenleger, Trockenbauer, Klempner, Maler aber auch Reparaturfirmen der Telekommunikationsbranche sowie Garten- und Landschaftsbaufirmen.

Wenn sie in der Innenstadt arbeiten, müssen sie nicht mehr ständig auf die Uhr sehen oder neue Parkscheine ziehen. Außer dem Parkausweis müssen sie im Firmenwagen nur hinterlegen, bei wem sie gerade tätig und wie sie zu erreichen sind. Stichprobenartig sollen die Ordnungsämter der Bezirke das auch kontrollieren, um einen Missbrauch des Parkausweises etwa bei privaten Einkäufen zu verhindern.

Wie Müller sagt, werde der Parkausweis unbürokratisch und schnell ausgestellt. Um die Parkkarte zu erhalten, müssen die Betriebe nur belegen, dass sie handwerklich tätig sind und ein Transportfahrzeug benötigen. Pro Parkkarte, die das ticketlose Parken in den sieben Bezirken mit Parkraumbewirtschaftung ermöglicht, können bis zu fünf Fahrzeuge eingetragen werden.

Die IHK bewertet das „stadtweite, kostenlose Parken für die Handwerksbetriebe als Durchbruch und Vereinfachung“, sagt Sprecher Christian Breitkreutz. Die letzten Feinheiten würden nun mit dem Senat besprochen. Die Neuregelung wurde auf Drängen der CDU bereits im Koalitionsvertrag festgeschrieben, in dem von einem „nutzerfreundlichen Parkausweis“ für Handwerksbetriebe die Rede ist.