Spremberg - Nach Gerüchten in den sozialen Medien um den angeblichen Fund einer toten Frau am Spremberger Stausee (Spree-Neiße) und einer Vergewaltigung durch Ausländer gab es am Mittwoch gegen 22 Uhr einen Übergriff auf eine ehemalige Jugendherberge in Bagenz gegeben, weil dort die angeblichen ausländischen Täter gewohnt haben sollen.

Nach Angaben der Polizei näherte sich eine Personengruppe der Jugendherberge. „Die Unbekannten waren vermummt, trugen teilweise Baseballschläger sowie Zaunlatten und warfen pyrotechnische Erzeugnisse auf das Grundstück“, sagte ein Polizeisprecher der Berliner Zeitung. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden. Laut Zeugen sollen die Angreifer noch lautstark die Parole „Ausländer raus“ gerufen haben und dann geflohen sein.

Polizeihubschrauber im Einsatz: Sieben Tatverdächtige gefasst

Die Polizei setzte einen Polizeihubschrauber ein und konnte so sieben Tatverdächtigen im Alter von 18 bis 26 Jahren fassen, die vorläufig festgenommen wurden. Der Vorwurf lautet Landfriedensbruch.

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, handelt es sich bei einem der mutmaßlichen Anlässe für den Angriff um eine klare Falschmeldung. In sozialen Medien hieß es am Montag, dass in der Nähe des Stausees eine tote Frau aufgefunden wurde. Bei der Polizei hieß es: „Klarstellend wird mitgeteilt, dass es entgegen der Behauptungen in den sozialen Medien den Fund einer toten Frau am Stausee zu keiner Zeit gegeben hat.“

„Falsch ist die Behauptung, zwei Flüchtlinge  seien geflohen“

Außerdem hieß es im Internet, dass beim Polizeieinsatz in der Jugendherberge nach einer Vergewaltigung zwei Ausländer „stiften gegangen“ sein sollen. Die Polizei bestätigt, dass sie wegen des Verdachts einer Vergewaltigung am Stausee ermittelt, die am 3. April stattgefunden haben soll und am 8. April angezeigt wurde. Doch in der Jugendherberge hätten sich zu dieser Zeit keine Ausländer aufgehalten. „In diesem Zusammenhang wurden auch Umfeldermittlungen in der Jugendherberge geführt“, teilte die Polizei mit. „Falsch ist die Behauptung, zwei Flüchtlinge hätten nicht kooperiert und seien geflohen.“

Die AfD verschickte am Donnerstag eine Pressemitteilung ihres innenpolitische Sprecher Thomas Jung unter der Überschrift: „Polizei verschweigt Vergewaltigung – mutmaßlicher Täter: Ein Zuwanderer.“