Berlin - Es war ein langer Kampf um die Berliner Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof. Als im vorigen Sommer die Schließungsliste bekannt wurde, mit der Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern sein Überleben sichern wollte, fanden sich darauf sieben Kaufhäuser aus Berlin. Mehr als jedes zweite sollte geschlossen werden. Es folgten Verhandlungen mit den Vermietern und vor allem Gespräche zwischen dem österreichischen Kaufhaus-Eigentümer René Benko und dem Berliner Senat, in denen dem Milliardär Benko Unterstützung bei künftigen Immobilienprojekten zugesichert wurde. Auch Benko selbst hatte im vergangenen Jahr 550 Millionen Euro in das Unternehmen gesteckt. Am Ende wurden drei Häuser geschlossen. Die Karstadt-Filiale in den Gropiuspassagen, Karstadt Sport am Kudamm sowie Galeria Kaufhof in Hohenschönhausen machten dicht. Eine geplante Filiale in Tegel wurde nie eröffnet.

Danach wollte der Handelskonzern eigentlich durchstarten. Seiner Schulden über zwei Milliarden Euro hatte er sich mit dem Insolvenzverfahren entledigt. Doch die Zeiten wurden nicht besser. Selbst im Sommer lagen die Umsätze je nach Lage um 20 bis 40 Prozent unter denen des Vorjahres. Mitte Dezember fielen mit dem verordneten Lockdown die Einnahmen dann komplett weg. Denn das Onlinegeschäft von Galeria Karstadt Kaufhof ist mit einem Umsatzanteil von weit unterdurchschnittlichen sechs Prozent nach wie vor quasi nicht existent. Das Unternehmen selbst taxiert die Umsatzverluste der bundesweit etwa 130 Kaufhäuser auf über 80 Millionen Euro pro Woche.

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