Als Hussein B. am Dienstagmittag sein Restaurant in Friedrichshain betrat, erstarrte er. Der 43-Jährige fand ein komplett verwüstetes Lokal vor. Stühle und Tische waren demoliert, sämtliche Küchengeräte zertrümmert, die Bezüge der Sitzbänke zerschnitten. In seinem italienischen Restaurant an der Koppen-, Ecke Palisadenstraße hatten Einbrecher die Wände mit schwarzer Farbe beschmiert: "Ausländer raus" stand da, "SS" sowie die Kürzel "HH" und "88", die Neonazi-Codes für "Heil Hitler" sind. Zudem hatten die Unbekannten in den Räumen einen Feuerlöscher entleert und aus der Kasse 1400 Euro gestohlen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers hat die für die Verfolgung politisch motivierter Straftaten zuständige Abteilung Staatsschutz im Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Gemeldet habe sich von den Staatsschützern bislang noch niemand bei ihm, sagte B. am Donnerstag.

Der Ägypter, der seit 1995 in Deutschland lebt, hatte die Pizzeria an der Koppenstraße im Oktober vergangenen Jahres eröffnet. Im selben Monat sei er bereits rassistisch beschimpft worden, sagt er. Zwei Männer mit Glatze und Springerstiefeln hätten bei ihm etwas zu essen bestellt und ihn dann gefragt, wie lange er in Deutschland bleiben wolle. "Ich habe das Gespräch damals nicht so wichtig genommen", sagt B..

Wann er sein Lokal wieder eröffnen kann, weiß er noch nicht. Das hänge auch davon ab, was die Versicherung zahle. "Ich muss alles neu anschaffen und renovieren."

Folgen Sie unserem Kriminalreporter Andreas Kopietz auf Twitter