Die Pläne von Hertha BSC für den Bau einer neuen Arena werden zum Politikum. Nach dem Antrag eines Berliner SPD-Kreisverbands an den Landesparteitag, sich gegen einen Neubau auf dem Olympiaparkgelände auszusprechen, steht die CDU den Überlegungen des Fußball-Bundesligisten „aufgeschlossen gegenüber“.

„Hertha gehört zu Berlin und nicht nach Brandenburg“, teilte Stephan Standfuß, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, am Montag mit. Man werde sich weiterhin für den Verbleib der Hertha in Berlin einsetzen.

Die SPD-Kreisdelegiertenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hatte am Wochenende erklärt, der Senat solle Gespräche mit Hertha aufnehmen. Dabei solle geklärt werden, inwiefern das Olympiastadion umgebaut werden könne. Zugleich solle sich der SPD-Parteitag am 20. Mai gegen einen Neubau im Olympiapark nahe des bestehenden Stadions aussprechen. Kreisvorsitzender ist Sport-Staatssekretär Christian Gaebler. Mit dieser Initiative werde „Herthas Wegzug aus Berlin billigend in Kauf“ genommen, sagte CDU-Sportexperte Standfuß.

Da die bisherige Spielstätte mit der Laufbahn keine reine Fußballarena darstellt und im Schnitt nur durchschnittlich zu 64 Prozent ausgelastet ist, hatte der Bundesligist zuletzt seine Pläne präsentiert. Für den Bau eines 55.000 Zuschauer fassenden Stadions gibt es zwei mögliche Standorte: Der vom Club favorisierte Berliner Olympia-Park und der Brandenburg-Park in Ludwigsfelde. Sportsenator Andreas Geisel (SPD) brachte zuletzt den Umbau des Olympiastadions als Alternative ins Gespräch. (dpa)