Berlin - Die Straßenbauer haben sich beeilt. Davon profitieren jetzt die Autofahrer auf der Stadtautobahn A100. Die Baustelle am Dreieck Funkturm, die seit dem 10. Juni den Verkehr stark behindert, wird zehn Tage früher als geplant geräumt. Wenn es so gut weitergeht wie bisher, können die Sperren bereits in der Nacht auf Sonntag beiseite geräumt werden, sagte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD).

Während es bei der Fertigstellung des Flughafens BER, bei der Sanierung der Staatsoper und anderen Vorhaben Verzögerungen gibt, wird nun schon das zweite große Straßenbauprojekt vorfristig fertig. Im November konnte die Avus elf Monate früher als angekündigt freigegeben werden, nun verschwindet auch auf der A100 die Baustelle vor dem genannten Termin. Ursprünglich sollte die 1,5 Kilometer lange Teilsperrung des Rings zum 7. August aufgehoben werden.

Gutes Wetter und gute Planung

In beiden Fällen spielte Glück eine große Rolle. Es bescherte den Bauleuten trockenes Wetter, was vor allem die Asphaltierungsarbeiten erleichterte. „Doch auch gute Planung und Koordination zahlen sich aus“, sagte Müllers Sprecherin Daniela Augenstein. Auch für die beteiligten Baufirmen Strabag und Overmann. Denn sie bekommen nun 50.000 Euro zusätzlich. Wie beim Avus-Projekt wurde eine Bonus/Malus-Regelung vereinbart. Für zu langsames Arbeiten gibt es Abzüge, für schnelles Arbeiten eine Belohnung. „Das hat Anreize geschaffen“, hieß es.

Die A100 zwischen der Anschlussstelle Kurfürstendamm und dem Dreieck Funkturm gilt als die am stärksten befahrene Autobahn Europas, im Normalfall sind dort an einem Tag in beiden Richtungen rund 180.000 Fahrzeuge unterwegs. Im Bundesauftrag wurden 17.300 Quadratmeter Fahrbahn weggefräst und durch lärmmindernden Asphalt ersetzt. Auch auf vier Brücken wurden Beläge ausgetauscht. Kosten: 1,8 Millionen Euro.

Aus für Anti-Schlaglochprogramm

Während der Stadtring in diesem Bereich nun saniert ist, droht anderen Instandhaltungsprojekten das Aus. Wie berichtet soll es nach dem Willen der Finanzverwaltung 2014 und 2015 kein Sonderprogramm zur Schlaglochsanierung mehr geben. Stattdessen soll das eingeplante Geld den Bezirken ohne Zweckbindung überwiesen werden – dafür mit der Verpflichtung, die Hälfte der jeweiligen Bausumme als Kofinanzierung selbst beizusteuern. Das dürfte viele Projekte verhindern, sagen Experten. „Wir betrachten die Pläne mit Skepsis“, so der Verband Berliner Kaufleute und Industrieller.