Berlin - Ja, es ist leider so: Für Hertha BSC kommt die Champions League – und zudem noch das große Finale – ganz eindeutig zu früh. Viel zu früh. Hätte die Europäische Fußballunion (Uefa) nicht doch noch ein, zwei oder gar drei Jahre warten können mit seiner Entscheidung, das Finale der Champions League an Berlin zu vergeben? Die Hertha, Berlins größter Sportverein, ist gerade erst wieder in die Erste Bundesliga zurückgekehrt und wird dort – aller Voraussicht nach – lange um den Klassenerhalt kämpfen müssen.

An den europäischen Wettbewerb, die kleinere Europa League, ist nicht zu denken. Und schon gar nicht an die Champions League – trotz des wunderbaren Trainers Jos Luhukay und trotz des Brasilianers Ronny mit seinem linken Zauberfuß. Ein Finale „dahoam“, wie im Vorjahr für den FC Bayern München, wird es im Mai 2015 für Hertha BSC nicht geben.

Gestern entschied die Uefa, das Endspiel schon 2015 nach Berlin und damit an die Fünf-Sterne-Arena Olympiastadion zu vergeben. Eine großartige Sache. Sicherlich hat zu dieser Entscheidung beigetragen, dass das Finale um den DFB-Pokal seit 1985 ununterbrochen im Olympiastadion bei bester Stimmung und perfekter Organisation und vor stets ausverkaufter Arena friedlich über die Bühne geht.

Nach dem WM-Finale 2006 zwischen Italien und Frankreich samt Kopfstoß des berühmten Zinédine Zidane und dem Eröffnungsspiel der Frauen-WM 2011 zwischen Deutschland und Kanada wird das Spektakel Champions League erneut ein internationaler Höhepunkt im Olympiastadion werden. Es darf schon jetzt spekuliert werden: Kommt Real Madrid oder der FC Barcelona? Oder Paris St. Germain und Manchester United?

Hertha BSC aber, unser Bundesligist, wird dann erst einmal staunend Spalier stehen für die Besten Europas. Doch stopp: Da war doch mal was! 1999 schaffte Hertha schon im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die Bundesliga überraschend die Qualifikation für die Champions League. Chelsea und der AC Mailand verloren im Olympiastadion gegen Hertha, der große FC Barcelona schaffte im dichten Nebel nur ein Remis. Jos Luhukay wird die Historie kennen und als Anreiz nutzen.