Berlin - Das dürfte viele überraschen: „Der Flughafen wird eröffnet werden“, sagte ein gewisser Klaus Wowereit jetzt dem Magazin Cicereo. Und er fährt allen Ernstes fort: „Und ich werde dabei sein – als Regierender Bürgermeister.“

Das ist mal ein wirklich neuer Ansatz zur BER-Beschleunigung. Denn bisher durfte man ja glauben, dass die sozialdemokratischen Nachfolgekandidaten, vor allem Parteichef Stöß und Fraktionschef Saleh, die Sache mit der postwowereitschen Thronbesteigung unter sich ausmachen. Ja, gut, beim Wechsel eines Regierungschefs, da könnte man meinen, sollte auch der Wähler ein Wort mitreden. Aber so läuft die Sache nicht, denn nur das Parlament wählt einen Regierenden Bürgermeister, sonst niemand.

Die SPD-Strategen wollen gern, irgendwann nach der Bundestagswahl, einen soften Wechsel organisieren, natürlich ohne Neuwahlen und das Risiko einer Niederlage. Vielmehr soll wieder die rot-schwarze Mehrheit im Abgeordnetenhaus einen SPD-Senatschef wählen. Das dürfte der strategische Grund dafür sein, warum Jan Stöß und Raed Saleh, beide von links gestartet, inzwischen gern mal konservative Positionen besetzen, sei es in der Integrations- oder in der Stadtentwicklungspolitik.

Ihr Dilemma: Beide brauchen noch Zeit, um sich bekannt zu machen und für sich zu werben (ähnlich wie die beiden anderen Aspiranten, die Senatsmitglieder Dilek Kolat und Michael Müller). Aber wenn der Wechsel gelingen soll, darf er auch nicht zu nah an der nächsten Wahl 2016 sein, denn man will ja noch eine Erfolgsbilanz präsentieren.

Das heißt in Sachen Flughafen, dass sich niemand wundern muss, wenn demnächst Stöß, Saleh, Kolat und Müller auf der Baustelle mit dem Spaten in der Hand zu sehen sind. Die BER-Eröffnung noch 2014 hat wieder eine echte Chance.