Berlin - Menschen aus aller Welt lassen sich in Berlin nieder. Geschäftsleute, Diplomaten, Lebenskünstler. Gleichzeitig finden immer mehr Berliner Eltern, dass ihre Kinder in einer global vernetzten Welt mehrsprachig aufwachsen sollten - und neben Deutsch zumindest recht flüssig Englisch sprechen sollten.

Das Land Berlin reagiert nun auf diese steigende Nachfrage und will neben der Nelson-Mandela-Schule in Wilmersdorf und der Kennedy-Schule in Zehlendorf ein weitere deutsch-englischsprachige Internationale Schule aufmachen. Vernünftig und ausgewogen wäre es nun, eine solche Schule im ehemaligen Ostteil der Stadt zu eröffnen. Denn dort gibt es bisher nur deutsch-englischsprachige Privatschulen, die viel Geld kosten. Und damit für etliche Familien unerschwinglich sind.

Leider aber hat der angefragte Bezirk Pankow sich außerstande gesehen, einen Standort für die Internationale Schule ausfindig zu machen. Das ist einerseits verständlich, da Pankow schon jetzt Schul-Container aufstellen muss. Andererseits verzichtet der Bezirk damit auf mehr Weltläufigkeit in seinem Bildungsangebot. Und wird für manche als Wohnort deshalb weniger attraktiv.

Bei alledem muss die Verwaltung aufpassen, dass sie sich mit solchen Projekten angesichts begrenzter Mittel nicht übernimmt. Immerhin gibt es ja die Staatlichen Europaschulen mit bilingualen Klassen in vielerlei Fremdsprachen. Auch die haben bereits mit Raumnot zu tun. Dass die Bildungsverwaltung dennoch auf eine weitere Internationale Schule setzt, ist allerdings verständlich: Wer so viele Brennpunkt-Schulen zu verwalten hat, freut sich über jede Schule, mit der man sich auch mal schmücken kann. Geschmückt hätte eine solche Schule auf jeden Fall auch den Boom-Bezirk Pankow.