Der Alexanderplatz ist zwar einer der wichtigsten Plätze der Stadt, doch die architektonische Gestaltung wird seiner Bedeutung bislang nicht gerecht. Rund 20 Jahre ist es her, dass der Plan des Architekten Hans Kollhoff preisgekrönt wurde, nach dem bis zu zehn 150 Meter hohe Turmhäuser am Alex entstehen sollen.

Den Platz voran gebracht hat er jedoch nicht. Weil es in den vergangenen 20 Jahren keinen Bedarf für den Bau von Hochhäusern gab, wurde der Kollhoff’sche Plan nur in Teilen umgesetzt. Direkt auf dem Alex entstand lediglich ein Flachbau für einen Saturn-Markt, an dessen Seite die Fläche für ein Hochhaus freigehalten wurde. Und neben dem Stadtbahnviadukt wurde das rosafarbene Einkaufszentrum Alexa errichtet, an dessen Seite ebenfalls der Platz für ein Hochhaus freigehalten wird. Über solches Stückwerk kam die Gestaltung des Alex nicht hinaus.

Immerhin: Jetzt gibt es Kritik von Kollhoff. Er hatte schon die Gestaltung des Alexa als „unsäglich“ bezeichnet. Nun warnt er vor weiteren Verschandelungen beim Bau des ersten Hochhauses neben dem Saturn-Gebäude. Zu Recht. Denn das Saturn-Gebäude erinnert eher an eine Gewerbehalle denn an einen repräsentativen Bau für die Stadtmitte. Da ist Skepsis angebracht.

Doch sollte es nicht dabei bleiben, nur über die Architektur zu streiten. Es sollte auch darüber diskutiert werden, ob es wirklich notwendig ist, bis zu zehn Hochhäuser am Alex zu errichten. Zum einen, weil durch so viele Hochhäuser die Bedeutung des benachbarten Fernsehturms gemindert wird. Zum anderen, weil die hochtrabenden Pläne eher zu einer verlangsamten Entwicklung des Gebiets führen.

Wenn Berlin die Hochhausplanung im bisherigen Tempo realisiert, wird der Kollhoff-Plan erst in 180 Jahren verwirklicht sein. So viel Zeit haben wir nicht.