Berlin - Aufzählungen mögen stilistisch nicht sehr eindrucksvoll sein. Argumentativ aber schon: Köln, Dortmund, Duisburg, Trier, Erfurt, Darmstadt, Bingen, Osnabrück, Jena und Weimar haben sie. Bremen, Göttingen und Lübeck wollen sie. Berlin, Hamburg, Aachen, Mönchengladbach, Hannover, Meißen, Oldenburg und Suhl erwägen sie. Wen oder was? Die City-Tax. Wahlweise auch Bettensteuer, Touristenabgabe oder Kulturtaxe genannt.

Die rot-schwarze Koalition will sie als Fünf-Prozent-Aufschlag auf Übernachtungskosten, aber nur, sagt Senatschef Wowereit, wenn sie rechtssicher zu haben ist. Das ist in der Tat noch nicht ganz klar, weil unter anderem in Köln Klagen laufen. Aber es ist doch auch schwer vorstellbar, warum es nicht möglich sein soll, eine aus Finanz- und Kulturfördergründen höchst sinnvolle Abgabe zu beschließen.

Dass jetzt, zum Jahresbeginn, die Wirtschaftslobby von IHK über Handels-, Reise- und Hotelverband dagegen aufbegehrt, scheint zunächst wenig spannend. Bemerkenswert ist aber, wie schwach das Argument der Händler und Herbergsväter ist. Es würden Touristen abgeschreckt, weil alles so teuer wird, heißt es. Dabei bleibt, rechnet man in der Logik der Hotellerie einmal nach, eigentlich alles immer noch billiger als vor 2010: Als die von FDP und CSU geforderte Mövenpick-Reform kam (die Reduzierung der Hotel-Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent), wurden die Übernachtungspreise doch um zwölf Prozent günstiger. Ja – oder etwa nicht?? Wenn sie jetzt wieder um fünf Prozent steigen, dann zahlt man immer noch weniger als 2009, sogar inklusive Inflation. Wir wünschen daher weiterhin gute Reise nach Berlin.