Berlin - Immer mal wieder fragen sich verzweifelte Eltern, wieso bestimmte Lehrer eigentlich noch im Schuldienst sein dürfen. Doch selbst wenn Kinder angeschrien, Klassenarbeiten verloren gehen oder ein neues pädagogisches Konzept mit offensichtlicher Unlust umgesetzt wird, haben Lehrer nichts zu befürchten.

Einen Lehrer, einen Beamten zumal, wird man trotz wiederholter Verfehlungen kaum aus dem Schuldienst entfernen können. Es sei denn, er schlägt Kinder oder begeht andere schwere Straftaten im Dienst. Doch selbst als vor nicht allzu langer Zeit eine Lehrerin kurzentschlossen die Klassenfahrtkasse plünderte und erst mal stiften ging, war nicht klar, ob die Beamtin aus dem Schuldienst entlassen werden kann. Nur etwa zehn von 26 000 Lehrern waren vor einem Jahr vom Dienst suspendiert, acht Fälle landeten tatsächlich vor Gericht, hier ging es um Unterschlagung, Betrug oder Drogenmissbrauch.

Klar ist, dass dieses absolut sichere Arbeitsverhältnis zu einer gewissen Wurschtigkeit unter Lehrern führt. Frei nach dem Motto: Mir kann keener. Zumal ja auch die vielen guten Lehrer zusehen müssen, was sich weniger engagierte Kollegen so alles erlauben können.

Häufiger kommt es vor, dass unliebsame Lehrer die Schule wechseln müssen. Dafür können Schulleiter und Schulaufsicht sorgen, wenn ein Pädagoge für zu viel Streit im Kollegium sorgt. „Spannungsumsetzung“, heißt das dann. Lehrer, die öfter mal die Schule wechseln, werden vom Kollegen gerne „Wanderpokal“ genannt. Die kompletten Personalakten dieser Lehrer darf der neue Schulleiter aber gar nicht einsehen. Datenschutz. Manchem ungeliebten Lehrer wird angeboten, in den Innendienst oder den Vorruhestand zu wechseln. Aber das müssen sie schon freiwillig tun. Meist bleibt man Lehrer bis zum Schluss.