Berlin - Da kann man nur sagen: na endlich! Schön, dass jetzt auch die Berliner Polizei eine Fahrradstaffel hat. Gut, dass jetzt endlich auch in Berlin Polizisten regelmäßig auf zwei Rädern unterwegs sind. Es drohte ja schon, peinlich zu werden.
Schließlich hat es Hamburg bereits 1996 hingekriegt, Polizisten ordentliche Fahrräder und die passende Kleidung zu besorgen, selbst in Leipzig oder Dresden war das offensichtlich früher möglich.

Nur in Berlin schien es mal wieder länger zu dauern, was vor allem daran lag, dass die größte Polizeibehörde in Deutschland den verhältnismäßig kleinen Betrag von 85.000 Euro, der als Anschubfinanzierung gebraucht wurde, nicht auftreiben konnte. Erst an diesem Mittwoch, mehr als anderthalb Jahre nach den ersten Plänen, konnte die neue Fahrradstaffel ihren ersten Einsatz absolvieren.

Man könnte jetzt spitz fragen, warum die Polizei nicht einige der rund 450 Dienstfahrräder, die bereits in ihren Kellern stehen, einfach aufgemöbelt hat. Doch die neuen Fahrzeuge und die neue Ausrüstung machen natürlich mehr her, und das ist auch notwendig, um der Polizei im Durcheinander auf den Berliner Straßen mehr Respekt zu verschaffen. Unstreitig ist, dass inzwischen alle Altersgruppen oft lieber auf Gehwegen in die Pedale treten.

Nicht mehr nur Kapuzenshirts tragende Mountainbike-Fahrer machen dort Fußgängern Angst, auch Senioren werden gesichtet. Unstreitig ist aber auch, dass sich auch viele Autofahrer immer noch so benehmen, als wären sie allein auf der Welt. Die Fahrradstaffel hat also ein reiches Betätigungsfeld. Und ganz nebenbei sorgt sie dafür, dass die Polizei wieder sichtbarer auf den Straßen wird – mit positiven Folgen für das Sicherheitsgefühl in Berlin.

Kritikwürdig ist eigentlich nur eines: dass es erst mal nur eine Fahrradstaffel gibt, und dass sie nur im Zentrum unterwegs ist.