Berlin - Erneut wird die Eröffnung des neuen Flughafens in Schönefeld am 27. Oktober 2013 infrage gestellt. Verkehrsminister Ramsauer zweifelte am Wochenende am Termin, der Regierende Bürgermeister Wowereit wollte schon vor einigen Tagen für nichts mehr garantieren. Es gebe Probleme, heißt es. Worin genau die bestehen, erfährt die Öffentlichkeit nicht.

So geht das seit Monaten. Politiker und Manager scheuen konkrete Auskünfte, flüchten ins Allgemeine und Unverbindliche, sie verraten immer nur so viel, wie sie dieser oder jener Situation unbedingt verraten müssen. Mal ist von falscher Planung die Rede, mal von technischen Schwierigkeiten mit der ominösen Entrauchungsanlage, mal von fehlendem Geld. Nie fühlt man sich nach solchen Auftritten von Wowereit, Ramsauer & Co in Parlamenten und Fernsehstudios gut informiert. Immer hat man das Gefühl, dass sie die Wahrheit verschwurbeln und verschweigen.

Dabei weiß jeder, dass an diesem Bau gestümpert wird. Jedem ist bewusst, dass Manager überfordert sind und Aufsichtsräte mit Schuld beladen, weil sie die Überforderung nicht erkennen. Auf diese Situation mit Geheimniskrämerei zu reagieren, ist schon der nächste Fehler.

In Berlin und Brandenburg und halb Deutschland ist nur noch vom Flughafen-Chaos die Rede. Das trifft die Situation auf der Baustelle sicher ganz gut. Entscheidend für dieses Urteil ist aber der Umgang der Verantwortlichen mit der Krise, ihre wirre Kommunikation und ihre Weigerung zur Offenheit. Helfen könnte ihnen nur noch die Bekanntgabe eines überzeugenden Plans für den Weg aus dem Desaster. Doch vermutlich haben sie ihn nicht.