Berlin - Wenn etwas teurer wird, ärgert man sich. Normalerweise jedenfalls. Beim Essen für meine Kinder ist es anders. Sie klagen fast jeden Tag über matschige Kartoffeln und pappige Saucen. Die Ernährungswissenschaftler geben ihnen recht. Etwas über drei Euro müsse ein Essen kosten, um wirklich gut zu sein, also den Ernährungsrichtlinien zu entsprechen, sagen sie. Billiger ist ungesund. Es ist also in diesem Fall ein Glück, dass der Senat Konsequenzen zieht, und der Preis auf 3,15 Euro pro Essen steigen soll. Nun bleibt die Frage, wer das bezahlt.

Derzeit beteiligen wir Eltern uns mit 23 Euro pro Monat. Kommt die Erhöhung, sind es 37,50 Euro. Maximal. Der Landeselternausschuss möchte jedoch nicht, dass Eltern diese Summe pauschal bezahlen. Er fordert eine Staffelung auf dem Fundament des Solidaritätsprinzips. Wer mehr verdient, soll mehr bezahlen und umgekehrt. Bei den Kitagebühren funktioniert dies ja auch. Doch die Bezirke erheben Einspruch. Der Aufwand sei zu hoch. Wollen sich die Ämter vor Arbeit drücken? In Hamburg wird doch genau dieses Modell praktiziert! Aber vielleicht ist im relativ reichen Hamburg die Verwaltung auch nicht in so einem schlechten Zustand wie in Berlin, was die Ausstattung mit Personal betrifft.

Die Erhöhung ist drastisch, vor allem, wenn man zwei oder drei Kinder hat, die in der Schule essen, und nicht viel Geld verdient. Da wäre eine Staffelung hochwillkommen. Aber dass sie in Berlin möglicherweise nicht praktikabel ist, darf nicht bedeuten, dass es in den Schulen nicht bald besseres Essen gibt. Eine Rechnung kann vielleicht beruhigen: Etwa 1,70 Euro am Tag würde ein Mittagessen Eltern nach der Erhöhung kosten. Zuhause würde man mit diesem Geld kaum auskommen, wenn man auch Fisch und Fleisch anbieten möchte.